Myanmars Junta-Chef Min Aung Hlaing hat sein Amt als Oberbefehlshaber der Streitkräfte fünf Jahre nach dem Militärputsch und dem Sturz der demokratisch gewählten Regierung von Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi niedergelegt - offenbar, um Präsident des südostasiatischen Landes zu werden. Sein Vertrauter Ye Win Oo wurden nach einem Bericht des Staatsfernsehens zum neuen Militärchef ernannt. Der Schritt folgt auf die erste Parlamentswahl seit dem Putsch von Anfang 2021, die im Dezember und Januar stattgefunden hatte. Menschenrechtler und politische Beobachter bezeichneten die Wahl, bei der viele oppositionelle Parteien nicht antreten durften und bei der in großen Teilen des Landes wegen anhaltender Kämpfe gar nicht gewählt wurde, als weder frei noch fair. Klarer Sieger war die militärnahe Partei Union Solidarity and Development Party (USDP). Schnell gab es anschließend Spekulationen, Min Aung Hlaing strebe das Präsidentenamt an und wolle seine Macht formal legitimieren.