Im Bürgerkriegsland Myanmar haben am Sonntag die Wahllokale für die dritte und letzte Runde der von der Militärjunta organisierten Parlamentswahl geöffnet. UN, Menschenrechtsgruppen sowie asiatische und westliche Staaten kritisierten den Urnengang als Scheinwahl mit dem Ziel des Machterhalts durch das Militär.
Juntachef Min Aung Hlaing wies dies am Sonntag zurück. „Es sind die Menschen in Myanmar, die wählen, nicht Menschen von außerhalb. Ob das von anderen Ländern anerkannt wird oder nicht, ist für uns irrelevant“, erklärte der General. Die Junta hat weite Teile des Landes nicht mehr unter Kontrolle. Auch während des Wahlkampfes kam es weiter zu bewaffneten Angriffen in den vom Widerstand gehaltenen Gebieten. Rund 20 Millionen Menschen in Myanmar benötigen nach UN-Angaben humanitäre Hilfe. Das entspricht etwa einem Drittel der Bevölkerung. Ein Ende des seit 2021 andauernden Bürgerkriegs ist nicht in Sicht. Nach Angaben der Junta-Wahlkommission hatte die Militärpartei USDP in den ersten beiden Wahlrunden bereits 85 Prozent der Mandate gewonnen. Regimekritische demokratische Parteien waren von der Wahl ausgeschlossen. Die konstituierende Sitzung des Parlaments soll im März, die Bildung einer neuen Regierung Anfang April stattfinden. Beobachter gehen davon aus, dass Juntachef Min Aung Hlaing sich vom neuen Parlament zum Präsidenten Myanmars wählen lässt.