Ende Januar, in den Schweizer Bergen, klang Wolodimir Selenskij wütend, enttäuscht, frustriert. Es war eine Abrechnung mit den europäischen Verbündeten, die der ukrainische Präsident beim Weltwirtschaftsforum in Davos unternahm. Er erinnerte an europäische Versprechen, denen keine Taten folgten, er erinnerte daran, dass er diese Taten immer wieder gefordert habe — ohne Ergebnis. Europa liebe es, über die Zukunft zu diskutieren, scheue sich aber davor, heute zu handeln, rief Selenskij seinen Partnern entgegen. Sie würden zu wenig tun. Zu wenig für die eigene Sicherheit, zu wenig für die Ukraine, und zu wenig gegen Russland.
Selenskij auf der Münchner Sicherheitskonferenz„Können Sie sich Putin ohne Krieg vorstellen?“
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In Davos hatte Wolodimir Selenskij noch mit seinen europäischen Partnern abgerechnet, in München schlägt er freundlichere Töne an. Doch seine Verzweiflung scheint immer wieder durch. Auch, als er sich zu einer fiesen Stichelei gegen Viktor Orbán hinreißen lässt.
Von Sebastian Gierke

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