Frankreich:Verdächtiger im Mordfall Khashoggi festgenommen

Lesezeit: 1 min

Frankreich: Wurde im Oktober 2018 ermordet: Jamal Khashoggi.

Wurde im Oktober 2018 ermordet: Jamal Khashoggi.

(Foto: Mohammed Al-Shaikh/AFP)

Der saudi-arabische Journalist war vor drei Jahren in einem Konsulat in Istanbul von einem Kommando aus Riad ermordet worden. Nach dem jetzt auf einem Pariser Flughafen Festgenommen wurde bereits international gesucht.

Gut drei Jahre nach der Ermordung des saudischen Journalisten Jamal Khashoggi ist einer der Tatverdächtigen am Pariser Flughafen Charles de Gaulle festgenommen worden. Bei dem 33-Jährigen handele es sich um einen der 20 Verdächtigen, nach denen in dem Fall international gesucht werde, berichtete der Sender RTL und verweis dabei auf die Polizei.

Das ehemalige Mitglied der saudischen königlichen Garde habe am Morgen mit seinem echten Namen und Ausweis für einen Flug nach Riad einchecken wollen. Nach ihm sei über die internationale Polizeibehörde Interpol aufgrund eines türkischen Haftbefehls wegen Mordes gefahndet worden.

Khashoggi war am 2. Oktober 2018 im saudischen Konsulat in Istanbul von einem Spezialkommando aus Riad getötet worden. Die Führung des islamisch-konservativen Königreichs war danach scharfer Kritik ausgesetzt. Die Regierung in Riad räumte den Mord erst auf internationalen Druck hin ein. Einem Ende Februar 2021 veröffentlichten Bericht des US-Geheimdienstes zufolge hatte Kronprinz Mohammed bin Salman den Einsatz zur Gefangennahme oder Tötung Khashoggis genehmigt. Saudi-Arabien wies dies als falsch zurück.

In Istanbul läuft seit weit über einem Jahr ein Prozess gegen 26 Angeklagte in dem Fall. Hauptbeschuldigte sind ein ehemaliger enger Berater des Kronprinzen und der ehemalige stellvertretende Geheimdienstchef des Landes. Ihnen wird vorgeworfen, andere Angeklagte zu Mord unter Folter angestiftet zu haben. Alle Angeklagten sind saudische Staatsbürger. Das Gericht verhandelt in ihrer Abwesenheit.

Zur SZ-Startseite
US-Präsident Biden besucht Fabrik für Elektroautos

SZ PlusRohstoffe
:Wie Joe Biden gegen steigende Spritpreise kämpft

Mit allen Mitteln versucht der US-Präsident, den Anstieg der Benzinpreise in den USA zu stoppen - bisher ohne Erfolg. Jetzt kommt Joe Biden ausgerechnet das Coronavirus zur Hilfe.

Lesen Sie mehr zum Thema