bedeckt München

Mauretanien:Schuldig bei Verdacht

Salahi lebt in Mauretanien, die Familie in Berlin. Bei der Geburt seines Sohnes war er über Video zugeschaltet, lange vor Corona und Social Distancing.

(Foto: Privat)

Mohamedou Ould Salahi saß 14 Jahre ohne Anklage in Guantánamo. Jetzt versucht er, zurück ins Leben, zurück zu seiner Familie zu kommen. Über einen Mann, der entlassen wurde und doch nicht frei ist.

Von Moritz Baumstieger und Georg Mascolo

Mohamedou Ould Salahi hält in der einen Hand ein Teeglas, in der anderen ein Bilderbuch. "Deep in the Sahara", kindgerechte Wüstenkunde. Die braucht er, der Beduine, für den kleinen Jungen, der auf seinem Schoß sitzt: Sohn Ahmed, knapp zwei Jahre alt, lebt eigentlich in Berlin und ist erst zum zweiten Mal beim Vater zu Besuch in Mauretanien. Jetzt sind die beiden in einem Raum, ausnahmsweise. Das, worüber im Moment viele klagen - Social Distancing, Besprechungen per Video -, ist sonst Salahis Familienalltag. Als Ahmed das erste Mal "Baba!" rief, wusste man nicht, ob er den Vater meinte oder den Bildschirm.

SZ-Plus-Abonnenten lesen auch:
Coronavirus - Köln
Corona-Auflagen
Was Ausgangssperren bringen
Coins sorted by value Copyright: xAlexandraxCoelhox
Geldanlage
Warum ETF-Anleger jetzt aktiv werden müssen
Ebersberg
Der Erfinder der Freundlichkeit
U.S. President Trump campaigns in Jacksonville, Florida
USA
Trumps verheerende Bilanz
Armin Lachet und Markus Söder
Kanzlerkandidatur
Endlich Streit
Zur SZ-Startseite