Mitten in Trins:Intrinsische Motivation 

Mitten in Trins: Illustration: Marc Herold

Illustration: Marc Herold

Unser Autor erlebt bei seiner Ankunft in einem Tiroler Hotel, welche Rolle der Hinweis auf einer Schiefertafel am Eingang und die Empfehlung der Kellnerin auf die Wahl des Abendessens im Restaurant haben kann.

Von Titus Arnu

Mitten in ... Trins

Bei der Ankunft im Hotel Trinserhof in Trins in Tirol brennt sich das Angebot ein, das auf einer Schiefertafel am Eingang geschrieben steht: "Gebratener Saibling". Dieses Gericht materialisiert sich bis zum Abendessen deutlich vor meinem geistigen Auge. Die Kellnerin weist mich noch mal explizit auf den Fisch hin. Überraschenderweise bestelle ich dann den Saibling. Während ich also im Trinserhof in Trins auf mein Essen warte, überlege ich, ob meine Bestellung intrinsisch motiviert ist. Intrinsisch, das bedeutet: von innen her, aus eigenem Antrieb, nicht durch äußeren Zwang. Wurde ich durch das Schild, die Speisekarte und die Kellnerin nicht eher extrinsisch auf den Fisch gestoßen? "Hauptsache, es schmeckt", meint mein kluger Sohn, der Philosophie studiert hat. Und das ist ganz klar das Wichtigste beim intrinsischen Fischverzehr im Trinserhof in Trins.

Dieser Text ist zuerst am 15. Oktober 2021 in der SZ erschienen.

Zur SZ-Startseite
Süddeutsche Zeitung
  • Twitter-Seite der SZ
  • Facebook-Seite der SZ
  • Instagram-Seite der SZ
  • Mediadaten
  • Newsletter
  • Eilmeldungen
  • RSS
  • Apps
  • Jobs
  • Datenschutz
  • Kontakt und Impressum
  • AGB