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Mitgliederschwund:Etablierte Parteien verlieren Mitglieder

Kommunalwahl  2014

Haben mit Mitgliederschwund zu kämpfen: Werbung der Parteien, darunter der SPD, hier zur Kommunalwahl 2014 in Wolfratshausen.

(Foto: Hartmut Pöstges)
  • Alle etablierten Parteien in Deutschland verzeichnen einer Studie zufolge einen Mitgliederschwund; seit 1990 hat sich die Zahl der Mitglieder halbiert.
  • Bei der SPD ging die Zahl der Mitglieder im Jahr 2015 mit 3,7 Prozent am stärksten zurück.
  • Die AfD kommt in der Studie nicht vor.

Alle etablierten Parteien in Deutschland verlieren Mitglieder. Am stärksten betroffen war im vergangenen Jahr die SPD, heißt es in der neuen Parteienstudie des Politikwissenschaftlers Oskar Niedermayer, aus der die Zeitungen der Funke-Mediengruppe zitieren. Bei den Sozialdemokraten ging die Zahl der Mitglieder 2015 demnach im Vergleich zum Vorjahr um 3,7 Prozent auf 442 814 zurück.

Als einzige Partei sei die SPD flächendeckend in allen Bundesländern geschrumpft. Damit verliere sie auch ihre Position als stärkste Partei wieder an die CDU, die mit einem Minus von 2,9 Prozent jetzt auf 444 400 Mitglieder komme. Die CSU registrierte demnach ein Minus von 1,5 Prozent (144 360), die FDP verlor 3,2 Prozent (53 197).

Die Grünen verbuchten im zweiten Jahr in Folge einen Verlust, dieses Mal von 1,5 Prozent auf 59 418 und die Linke von 2,6 Prozent auf 58 989. Erstmals haben die Grünen damit mehr Mitglieder als die Linkspartei. Die AfD wird in der Untersuchung nicht aufgeführt. Niedermayer begründe das mit fehlendem Datenmaterial. Die AfD verzeichnet nach eigenen Angaben weiter einen deutlichen Mitgliederzuwachs.

Die Studie des Berliner Parteienforschers zieht auch eine langfristige Bilanz: Danach haben die Parteien seit 1990 zusammen die Hälfte ihrer Basis verloren - ihr Mitgliederbestand schrumpfte von 2,4 Millionen im Jahr 1990 auf heute 1,2 Millionen.

Hauptursache ist Niedermayer zufolge jedoch nicht die Unzufriedenheit mit der Partei, sondern die Demografie: Das Durchschnittsalter der Mitglieder liege quer durch die Parteien zwischen 50 und 60 Jahren.

© SZ.de/dpa/ewid

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