Sexuelle GewaltMüssen Versicherungen Millionen an Missbrauchsopfer nachzahlen?

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Betroffene sexueller Gewalt müssen häufig lange für Anerkennung und Entschädigung kämpfen. Ein Anspruch auf Versicherungsleistungen würde vieles erleichtern.
Betroffene sexueller Gewalt müssen häufig lange für Anerkennung und Entschädigung kämpfen. Ein Anspruch auf Versicherungsleistungen würde vieles erleichtern. Rolf Poss/IMAGO

Wer in der Schule, der Kita oder in der Kirche sexualisierte Gewalt erlebt hat, dem könnte Geld aus der gesetzlichen Unfallversicherung zustehen. Staat und Kirchen war das offensichtlich seit vielen Jahren bekannt, aber sie behielten diese Information für sich.

Von Vinzent-Vitus Leitgeb und Annette Zoch, München

Es ist eine kurze Stelle in einem Protokoll aus dem Jahr 2011, die für Kirchen, aber auch öffentliche Träger von Schulen und Kitas noch kostspielig werden könnte. Und sie ist politisch äußerst brisant: Am 25. Mai 2011 wurde in einer Untergruppe des Runden Tisches zur Aufarbeitung sexuellen Kindermissbrauchs über finanzielle Hilfen für Betroffene gesprochen. Der Runde Tisch war vor knapp 16 Jahren von der Bundesregierung ins Leben gerufen worden, nachdem 2010 immer mehr Fälle sexuellen Kindesmissbrauchs in der katholischen Kirche ans Licht gekommen waren.

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Andreas Perr wurde als Kind von einem katholischen Priester missbraucht und mit Alkohol gefügig gemacht. Die Sucht brachte ihn später ins Gefängnis. Nun kämpft er dafür, dass die Zusammenhänge anerkannt werden – und er statt ins Gefängnis in Therapie darf.

SZ PlusVon Annette Zoch

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