Nach den tödlichen Schüssen eines Beamten auf eine Autofahrerin in Minneapolis ist die US-Einwanderungsbehörde ICE wieder in den Schlagzeilen. Als Reaktion auf die Anschläge von 9/11 entstand 2003 das US-Heimatschutzministerium – und eine neue Behörde, zuständig für „Immigration and Customs Enforcement“, abgekürzt ICE. Sie befasst sich also mit Einwanderungs- und Einbürgerungsfragen sowie Zollangelegenheiten und unterhält etwa 400 Büros in den USA und im Rest der Welt: Letztere analysieren globale Migrationsströme. Für ICE sind mehr als 20 000 Polizisten und Mitarbeiter tätig; diese Zahl steigt 2026 ebenso wie das Budget von zuletzt acht Milliarden US-Dollar. Denn in Donald Trumps zweiter Amtszeit spielt die Behörde eine zentrale Rolle bei der Abschiebung von Einwanderern ohne Papiere. Die oft bewaffneten Agenten gehen bei ihren Razzien brutal vor – und verbreiten die entsprechenden Videos zur Einschüchterung selbst über Social Media und die eigene Website. 14 ICE-Mitarbeiter waren 2025 laut der Website The Trace an Schießereien beteiligt. Derzeit hält die Behörde 68 000 Menschen in Gewahrsam, die das Land verlassen sollen. Amnesty International kritisiert die Zustände in der Abschiebehaft: Sechs Menschen seien 2025 dort gestorben.
Aktuelles lexikonWas ist die ICE?

Seit 2003 gibt es die US-Einwanderungsbehörde. Unter Präsident Trump legt sie nun Wert auf ihre Brutalität.
Von Matthias Kolb