Milliarden-Projekt Panama-Kanal wird ausgebaut

Das ehrgeizige Vorhaben fand bei einer Volksabstimmung die Zustimmung von mehr als 78 Prozent der Teilnehmer - trotz der Bedenken einiger Experten.

Der Panama-Kanal wird in den nächsten neun Jahren für die größten Schiffe der Welt ausgebaut. Nach Auszählung von 90 Prozent der Stimmen kamen die Gegner des Bauvorhabens nur auf etwa 22 Prozent.

Allerdings blieben nahezu 57 Prozent der Bürger dem Referendum fern, dessen Ergebnis für die Regierung bindend ist. Präsident Martin Torrijos sagte nach der Abstimmung, das Referendum sei "wahrscheinlich die wichtigste Entscheidung dieser Generation" gewesen.

Die Wasserstraße zwischen Pazifik und Atlantik soll für 4,15 Milliarden Euro eine zusätzliche Fahrrinne und größere Schleusen erhalten. Die bislang umfassendste Modernisierung des vor 92 Jahren eröffneten Kanals soll diesen von 2015 an für moderne Containerschiffe, Kreuzfahrtschiffe und Großtanker befahrbar machen. Die derzeit bestehenden Schleusen erlauben nur Schiffen mit einer Breite von höchstens 33 Metern die Durchfahrt.

Neue Arbeitsplätze

Der Panama-Kanal trägt umgerechnet 1,1 Milliarden Euro zum Haushalt des mittelamerikanischen Staates bei. Die Kanal-Behörde versichert, der Ausbau werde durch höhere Durchfahrtgebühren finanziert und werde bis 2025 Einkünfte von 4,8 Milliarden Euro bringen.

Zudem sollen durch die Erweiterung 40.000 neue Arbeitsplätze entstehen. In Panama leben 40 Prozent der Einwohner unter der Armutsgrenze. Die Kritiker des Ausbaus befürchten, dass dadurch die Schuldenlast des Landes weiter zunimmt. Auch machen sie geltend, dass die Wasserstraße der großen Mehrheit der Bevölkerung kaum einen Nutzen biete.

Der etwa 80 Kilometer lange Kanal wurde zunächst von den USA verwaltet, erst Ende 1999 ging die Hoheit über die Wasserstraße an Panama über. Genutzt wird der Kanal in erster Linie von den USA, südamerikanischen Ländern und China.