Im westafrikanischen Küstenstaat Guinea-Bissau hat das Militär nach eigenen Angaben die Macht übernommen. Der Präsident des Landes sei abgesetzt, alle Institutionen sowie Land- und Seegrenzen seien vorläufig geschlossen, hieß es in einer Erklärung einer Gruppe von Offizieren.
„Das Oberkommando der Streitkräfte zur Wiederherstellung der nationalen Sicherheit und der öffentlichen Ordnung beschließt, den Präsidenten der Republik unverzüglich abzusetzen“, sagte der Sprecher der Gruppe, General Denis N’Canha. Präsident Umaro Sissoco Embaló hatte dem französischen Magazin Jeune Afrique zuvor gesagt, er sowie der Innenminister und die Stabschefs der Streitkräfte seien im Präsidentenpalast festgenommen worden.
In der Hauptstadt Bissau waren Schüsse zu hören. Guinea-Bissau, mit rund 2,2 Millionen Einwohnern an der Atlantikküste gelegen, ist eines der ärmsten Länder der Welt. Der Tropenstaat gilt als wichtiger Umschlagplatz für Drogen. Die frühere portugiesische Kolonie hat mehrmals Putsche und Putschversuche erlebt. Am Sonntag hatten überfällige Präsidentschafts- und Parlamentswahlen stattgefunden. Sowohl Embaló als auch sein aussichtsreichster Herausforderer, Fernando Dias, hatten sich anschließend als Sieger bezeichnet.
