Militär:Erneut chinesische Manöver in Taiwanstraße geplant

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Ein taiwanesisches Marineschiff (vorne) beobachtet einen chinesischen Flugzeugträger in der Nähe taiwanesischer Gewässer. Die Meerenge zwischen China und Taiwan ist erneut Schauplatz militärischen Machtgebarens. Foto: Uncredited/Taiwan Ministry of National Defense/AP/dpa (Foto: dpa)

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Peking (dpa) - China will seine Militärübungen in der Meerenge zwischen der Volksrepublik und dem Inselstaat Taiwan fortsetzen. Solange die "Provokationen für die Unabhängigkeit Taiwans" anhielten, würden die Aktionen der Volksbefreiungsarmee nicht aufhören, sagte die Sprecherin des Büros für Taiwan-Angelegenheiten, Zhu Fenglian, in Peking. Die bisherigen Trainings hätten dem Ziel gedient, die "Arroganz separatistischer Kräfte für die Unabhängigkeit Taiwans" zu bekämpfen, erklärte sie weiter.

Die von der kommunistischen Partei regierte Volksrepublik China sieht Taiwan als Teil ihres Territoriums an. Der demokratische Inselstaat mit mehr als 23 Millionen Einwohnern hat jedoch seit Jahrzehnten eine eigenständige Regierung.

Regelmäßig chinesische Militärflugzeuge über Taiwanstraße

Die Taiwanstraße - die Meerenge zwischen der südostchinesischen Provinz Fujian und Taiwan - war zuletzt immer wieder Schauplatz chinesischer Militärübungen. Beinahe täglich durchflogen chinesische Militärflugzeuge die Luftverteidigungszone Taiwans.

Am Morgen berichtete das Verteidigungsministerium in Taipeh, binnen 24 Stunden 32 Flugzeuge und 8 Schiffe der chinesischen Marine um Taiwan herum entdeckt zu haben. 16 Flugzeuge seien in die Luftverteidigungszone eingedrungen. Die Zahl lag jedoch weit unter dem zurückliegenden Höchstwert vom Montag vergangener Woche, als die Behörde mehr als 100 chinesische Militärflugzeuge registrierte.

Aktivist aus China an Flughafen in Taiwan gestrandet

Zugleich ist ein chinesischer Demokratie-Aktivist nach eigenen Angaben willentlich an einem Flughafen in Taiwan gestrandet, um seine Rückreise nach China zu verhindern. Chen Siming, bekannt für sein öffentliches Gedenken an die Proteste auf dem Platz des Himmlischen Friedens 1989 in Peking, nannte als Grund das immer strengere Vorgehen chinesischer Behörden gegen ihn.

Chen Siming war zuvor aus Thailand gekommen und hatte bewusst seinen Anschlussflug nach China nicht bestiegen. In seinem Fall kann er als chinesischer Staatsbürger allerdings ohne Genehmigung auch nicht in Taiwan einreisen. Am vergangenen Freitag veröffentlichte er ein Video auf der Plattform X (früher Twitter).

"Hallo Freunde, ich bin Chen Siming. Ich bin derzeit im Transitbereich des internationalen Flughafens Taoyuan", sagte er. Er hoffe, in die USA oder Kanada reisen zu können, um dort politisches Asyl zu beantragen. "Freunde, ruft die taiwanische Regierung auf, mich nicht nach China zurückzuschicken", sagte er.

© dpa-infocom, dpa:230927-99-348318/3

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