Der Vorsitzende der Kurdischen Gemeinde in Deutschland, Ali Ertan Toprak, sieht Abschiebungen in die Türkei skeptisch und warnt vor Verfolgungen. „Natürlich habe ich Bauchschmerzen damit, dass wir mit Erdogan Vereinbarungen treffen und Menschen in einen Unrechtsstaat abschieben“, sagte er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Am Freitag war bekanntgeworden, dass Deutschland mit neu ausgehandelten Abschiebungen ausreisepflichtiger türkischer Bürger begonnen hat. Vorerst sollen insgesamt 200 in die Türkei gebracht werden. Die Bundesregierung sei fortlaufend auch mit der Türkei über Migrationsthemen im Gespräch – „auch im Bereich Rückführungskooperation“, sagte ein Sprecher des Bundesinnenministeriums. Die meisten Asylbewerber aus der Türkei sind laut Pro Asyl Kurden. Medienberichte über massenhafte Ausweisungen ließ der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan umgehend dementieren. Erdoğans Kommunikationsdirektorat stellte auf der Plattform X klar, es gebe keine Einigung mit der Bundesregierung, wonach jede Woche 500 türkische Staatsbürger in die Türkei ausgeflogen werden sollten, wie zuvor berichtet worden war.