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Migration:Deutschland hat Platz genug

Es gibt Kapazitäten, um 65 000 Menschen aufzunehmen

Mehr als 40 000 Menschen seien daran gehindert worden, von der Türkei aus die Grenze nach Griechenland zu überqueren, meldete Athen zu Wochenbeginn. Noch immer befinden sich laut Schätzungen im Grenzgebiet aber bis zu 20 000 Flüchtlinge. Etwa 42 500 weitere Menschen harren in Lagern auf den griechischen Inseln aus. Nur für 1600 von ihnen, meist unbegleitete Flüchtlinge, gibt es Zusagen von Deutschland und sechs weiteren EU-Staaten, sie zu übernehmen.

Dabei hätte Deutschland durchaus die Kapazität, mehr Flüchtlinge aufzunehmen, wie ein Rundruf der Süddeutschen Zeitung bei den Innen- und Sozialministerien der 16 Bundesländer ergab.

In den Erstaufnahmeeinrichtungen, in denen Flüchtlinge ihren Asylantrag stellen müssen, gibt es derzeit mindestens 25 000 freie Plätze, mit 7200 befinden sich die meisten davon in Nordrhein-Westfalen. 40 000 weitere Plätze könnten die Bundesländer darüber hinaus bereitstellen.

"Aktuell kann allein Berlin sofort 2000 geflüchtete Menschen in bestehenden Flüchtlingsunterkünften unterbringen", sagt etwa Berlins Sozialsenatorin Elke Breitenbach (Linke). Bayern hält etwa 4000 Plätze für die Erstaufnahme vor und verfügt über weitere Notfallkapazitäten.

Aber sie jetzt zur Verfügung stellen? "Es darf gar nicht erst zu einer unkontrollierten Einreise in die EU und erst recht nicht zu einer Weiterreise nach Deutschland kommen", sagt ein Sprecher des bayerischen Innenministeriums.

© SZ vom 14.03.2020

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