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USA:Microsoft: Iranischer Hackerangriff zielte auf US-Wahl 2020 ab

Verantwortlich sei eine Gruppe, die Microsoft "Phosphorus" nannte.

(Foto: AFP)
  • Hacker haben nach Angaben von Microsoft versucht, E-Mail-Konten eines Wahlkampagnenteams für die US-Wahl 2020 zu knacken.
  • Die aus Iran operierende Gruppe "Phosphorus" habe innerhalb eines Monats etwa 2700 E-Mail-Konten identifiziert und 241 davon angegriffen.
  • Das Heimatschutzministerium arbeitetet mit Microsoft zusammen, um die Auswirkungen zu ermitteln.

Hacker mit Verbindungen zur iranischen Regierung haben offenbar ein Wahlkampagnenteam für die US-Präsidentschaft ins Visier genommen. Sie hätten auch auf aktuelle und frühere US-Regierungsmitarbeiter, Journalisten und prominente Iraner außerhalb der Islamischen Republik abgezielt, gab Microsoft in einem Blogeintrag bekannt. Die Angriffe ereigneten sich demnach binnen 30 Tagen im August und September. Verantwortlich sei eine Gruppe, die Microsoft "Phosphorus" nannte.

Sie habe mehr als 2700 Mal versucht, Accounts von bestimmten Microsoft-Nutzern herauszufinden und davon dann 241 angegriffen, schrieb Microsofts Vizepräsident für Sicherheit, Tom Burt. Vier Accounts seien daraufhin gehackt worden - diese hätten aber nicht in Verbindung zu der Wahlkampagne oder aktuellen und früheren Regierungsmitgliedern gestanden.

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Microsoft gab die Identität der ins Visier Genommenen nicht bekannt. Eine Unternehmenssprecherin verwies dazu auf Datenschutzgründe.

Das Heimatschutzministerium arbeitet eigenen Angaben nach mit Microsoft zusammen, um die Auswirkungen zu ermitteln und abzufedern. Die Meldung des Konzerns sei einmal mehr Beleg dafür, dass Gegenspieler der USA versuchten, die demokratischen Institutionen des Landes zu untergraben, sagte der Chef der Cybersicherheitsabteilung im Ministerium, Chris Krebs.

Die Wiederwahlkampagne von Präsident Donald Trump sei nicht attackiert worden, teilte deren Sprecher mit. Dafür gebe es keine Hinweise. Eine Sprecherin der Republikanischen Partei erklärte, es werde ständig daran gearbeitet, technischen Bedrohungen gegenüber einen Vorsprung zu haben.

Die Wahlkampfteams der demokratischen Präsidentschaftsbewerber Kamala Harris, Michael Bennet und Pete Buttigieg gaben ebenfalls an, nicht ins Visier der Hacker geraten zu sein. Ein Wahlkampfhelfer von Bernie Sanders wollte Angelegenheiten der technischen Sicherheit nicht kommentieren.

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