bedeckt München 17°
vgwortpixel

Michael Klonovsky:AfD-Beratung ja, AfD-Beitritt nein

Auch bei seinem Noch-Arbeitgeber, dem Focus, soll Klonovsky mehr und mehr angeeckt sein - das berichtet zumindest Spiegel online. Dort arbeitete er seit 1992 als Redakteur, zeitweise war er Chef vom Dienst und leitete das Debattenressort. Zuletzt war der 1962 in der DDR geborene Klonovsky bei dem Nachrichtenmagazin Autor in der Rubrik "Debatte".

Seine drastischen Blogeinträge, aber auch seine publizistischen Tätigkeiten, zum Beispiel bei der Rechtsaußen-Zeitung Eigentümlich frei, wurden dort offenbar zunehmend kritisch betrachtet. Besondere Irritationen in der Redaktion soll der Autor Spiegel online zufolge mit einem "Tagebucheintrag" vom 23. Januar 2016 gesorgt haben, in dem er einen, wenn auch ironisch gebrochenen, Zusammenhang zwischen Hitler und Merkel herstellte.

Michael Klonovsky

Berät bald Frauke Petry: Michael Klonovsky.

(Foto: privat)

Spiegel online berichtet auch, dass Klonovsky sich im März diesen Jahres in einem mittlerweile gelöschten Eintrag auf seiner Blogseite darüber beschwert hatte, dass der Verlag ihm "neuerdings sämtliche Nebentätigkeiten" untersagt habe.

Seine "Natur" spricht gegen Parteibeitritt

Nun verlässt der Autor das Magazin in "gegenseitigem Einvernehmen", wie er selbst und gleichlautend eine Pressesprecherin des Burda-Verlags mitteilen. Das Arbeitsverhältnis ende am 31. Mai, schreibt Klonovsky, am 1. Juni beginnt seine Tätigkeit für die AfD.

Beim AfD-Bundesparteitag in Stuttgart soll am Wochenende neben Klonovsky noch eine weitere Neubesetzung vorgestellt werden. Markus Frohnmaier, der Vorsitzende der AfD-Nachwuchsorganisation, soll Petry-Sprecher werden. Ob damit der parteiinterne Streit um den bisherigen Sprecher Christian Lüth erledigt ist, den die Parteichefin schassen wollte, wird sich zeigen.

Der neue Berater Klonovsky wird "allenfalls als Gast und stummer Beobachter" zum Parteitag fahren, wie er schreibt. Warum er überhaupt zur AfD wechselt? "Ein Freund der Demokratie kann es nur wünschen, dass sich im Parlament die gesamte Gesellschaft abbildet", antwortet Klonovsky. Dabei wolle er behilflich sein. Der AfD beitreten will er allerdings nicht. Seine "Intellektuellen- und Künstlernatur" vertrage sich nicht mit Parteimitgliedschaften.