Mehrere zehntausend überwiegend junge Menschen haben am Samstag in Mexiko-Stadt und anderen Orten gegen die Regierung der linksgerichteten Präsidentin Claudia Sheinbaum demonstriert. Im Regierungsviertel der Hauptstadt kam es zu Zusammenstößen zwischen der Polizei und einem Teil der Protestierenden. Einige Demonstranten durchbrachen eine Absperrung zum Nationalpalast. Die Angaben über die Verletzten schwanken laut mexikanischen Medienangaben zwischen 40 und 120 Personen; mindestens 20 Teilnehmer wurden verhaftet.
Zu der Kundgebung hatten Jugendliche und junge Erwachsene aus der sogenannten „Generation Z“, der im Zeitraum um die Jahrtausendwende Geborenen, in sozialen Netzwerken aufgerufen. Sie kritisieren anhaltende Gewalt der organisierten Kriminalität, Korruption in der Regierung und fehlende Perspektiven für junge Menschen. Einige Plakate der Demonstration zeigten das Regierungsgebäude von Mexiko-Stadt in Flammen. In Anlehnung an ähnliche Proteste in Nepal, Marokko, Madagaskar, Peru und weiteren Ländern waren auch Totenkopffahnen aus der japanischen Anime-Serie „One Piece“ zu sehen.

Gen Z:Wenn Proteste viral gehen
An mehreren Orten weltweit demonstrieren junge Menschen gegen ihre Regierung. Wie sich diese Gen-Z-Bewegungen gegenseitig inspirieren und welche Rolle ein Totenkopf mit Strohhut dabei spielt.
Die mexikanische Präsidentin Claudia Sheinbaum hatte im Vorfeld erklärt, der Aufruf der Jugendlichen sei nicht „authentisch“ und werde vielmehr von rechten, oppositionellen Politikern mithilfe von bezahlten Kampagnen in sozialen Netzwerken und großen Medienunternehmen verbreitet. Die soziale Unzufriedenheit werde so für parteipolitische Zwecke manipuliert, kritisierte Sheinbaum. Die Teilnehmer der Demonstrationen reagierten darauf mit Sprechchören wie „Ich bin kein Bot“.
Den Protestaufrufen folgten mehrere Tausend Menschen, sowohl in der Hauptstadt als auch in mehreren Bundesstaaten. Die Ermordung des Bürgermeisters von Uruapan, Carlos Manzo, Anfang November war ein zentrales Thema von Teilnehmern und Teilnehmerinnen einer Kundgebung im Bundesstaat Michoacán. Manzo hatte eine direkte Konfrontation mit der organisierten Kriminalität gefordert und seiner Polizei befohlen, Kriminelle hinzurichten. Er wurde am 1. November im Zentrum von Uruapan erschossen. Demonstranten forderten nun die Aufklärung des Mordes.
