Mexikos Unterhaus hat den Entwurf zur umstrittenen Justizreform gebilligt, die Präsident Andrés Manuel López Obrador anstrebt. Ziel ist, dass Bundesrichter künftig von den Bürgern gewählt werden. Seine Morena-Partei und ihre Verbündeten stimmten am Mittwoch mit Zweidrittelmehrheit zu. Einzelheiten müssen noch geregelt werden, dann geht der Entwurf in den Senat, das könnte an diesem Donnerstag sein. Die Pläne sehen vor, dass 2025 alle Richter des Obersten Gerichtshofs per Volksabstimmung gewählt werden, später sollen die Hälfte aller Richterämter und alle offenen Justizpositionen in Wahlen bestimmt werden. López Obrador argumentiert, dies verhindere die Korruption von Richtern. Die Opposition kritisiert, dass so alle Kontrollmechanismen gegen Machtkonzentration entfernen würden. Aus Protest gegen die Reform streiken die rund 1700 Bundesrichter, Tausende Justizangestellte legten die Arbeit nieder. Auch die Botschafter der USA und Kanadas äußerten Sorge über die künftige Unabhängigkeit der Justiz in Mexiko, López Obrador fror die Beziehungen zu ihnen ein.