Süddeutsche Zeitung

#MeToo:Vorwürfe wegen sexuellen Missbrauchs bei Vereinten Nationen

  • Auch bei den Vereinten Nationen sollen Mitarbeiter sexuelle Übergriffe begangen haben: in den letzten drei Monaten wurden 31 Beschwerden eingereicht.
  • In zwölf Fällen richten sich die Vorwürfe gegen Mitarbeiter von UN-Friedensmissionen. Auch Unicef ist betroffen.
  • Seit 2014 steht der Verdacht im Raum, dass Blauhelmsoldaten Frauen in den Einsatzländern sexuell ausgebeutet haben sollen.

Regelmäßig bringen die Vereinten Nationen sexuelle Gewalt und die strukturelle Benachteiligung Schwächerer weltweit zur Sprache - nun gibt es Vorwürfe in den eigenen Reihen: Von Juli bis September haben die UN 31 Vorwürfe sexuellen Missbrauchs und sexueller Ausbeutung ggen Mitarbeiter zu verzeichnen.

Wie UN-Sprecher Stéphane Dujarric mitteilte, richten sich die Anschuldigungen in zwölf Fällen gegen Mitarbeiter internationaler Friedensmissionen, die anderen gegen UN-Behörden - darunter auch das Kinderhilfswerk Unicef und das Büro des Flüchtlingskommissars (UNHCR).

Zwölf der bekanntgewordenen Vorfällen haben den Aussagen zufolge in diesem Jahr stattgefunden. Ein neues Kontrollsystem solle nun helfen, Täter zu identifizieren und deren erneute Anstellung innerhalb der UN zu verhindern, sagte Dujarric.

Seit 2014 gibt es immer wieder Übergriffs-Vorwürfe gegen Blauhelmsoldaten. Etwa sollen sie beim Einsatz in der Zentralafrikanischen Republik und in Haiti Frauen sexuell ausgebeutet haben. Im Jahr 2005 trat der damalige Flüchtlingskommissar Ruud Lubbers zurück, weil fünf Frauen ihm Belästigung vorgeworfen hatten. Der neue UN-Generalsekretär António Guterres hatte bei seinem Amtsantritt im Januar angekündigt, sexuellen Missbrauch innerhalb der UN zu beenden.

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