CDU Merz soll in Parteiarbeit eingebunden werden

Ex-Unionsfraktionschef Friedrich Merz soll Mitglied einer CDU-Kommission werden.

(Foto: dpa)
  • Der CDU-Politiker Friedrich Merz soll künftig stärker in die Parteiarbeit eingebunden werden, ein von ihm ins Gespräch gebrachter Ministerposten ist aber nicht geplant.
  • Der im Rennen um den CDU-Vorsitz unterlegene Merz wird sich als Wirtschafts- und Finanzexperte in der Parteiarbeit engagieren.

CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer hat sich mit ihrem unterlegenen Gegenkandidaten im Kampf um den Parteivorsitz, Friedrich Merz, auf seine Einbindung in die Parteiarbeit geeinigt.

Entsprechende Berichte bestätigte Kramp-Karrenbauer auf Twitter: Merz werde "seine Erfahrung und Kompetenz in Fragen der Wirtschafts- und Finanzpolitik einbringen".

Einer CDU-Sprecherin zufolge soll Merz Mitglied des CDU-Expertengremiums zur sozialen Marktwirtschaft werden und an führender Stelle den Themenbereich "Zukunft der transatlantischen Beziehungen" begleiten. Außerdem soll er am Prozess zur Erstellung des neuen Grundsatzprogramms der CDU mitwirken.

Der Ex-Unionsfraktionschef hatte in einer Kampfabstimmung auf dem CDU-Bundesparteitag Anfang Dezember knapp gegen Kramp-Karrenbauer verloren. Kanzlerin Angela Merkel hatte nach 18 Jahren als CDU-Vorsitzende auf eine erneute Kandidatur verzichtet. Anhänger von Merz hatten direkt nach der Niederlage einen Wechsel des Kandidaten ins Kabinett ins Gespräch gebracht.

Merz selbst zeigte sich offen für ein Ministeramt: "Ein solches Amt würde ich mir aufgrund meiner Erfahrung in der Wirtschaft und Politik zutrauen", sagte er wenige Tage nach dem Parteitag. Darauf hatte neben Kramp-Karrenbauer auch Regierungssprecher Steffen Seibert mit einer Absage reagiert: "Die Bundeskanzlerin plant keine Kabinettsumbildung."

Merz stand von 2000 bis 2002 an der Spitze der Bundestagsfraktion von CDU und CSU - bis Merkel ihn aus diesem Amt verdrängte. 2009 verkündete Merz, er werde eine "Polit-Pause" einlegen. Diese Pause dauerte bis 2018 an, der Jurist und Finanzexperte hat sie in der Kanzlei, als Berater und in Aufsichtsräten verbracht. Nach neun Jahren in der Wirtschaft kehrte er für die Kandidatur um den Parteivorsitz in die Politik zurück und bekundete, dort auch bleiben zu wollen. Nach wie vor steht eine mögliche Kanzlerkandidatur des 63-Jährigen im Raum.

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