Die Welt ist ein Chaos, Friedrich Merz weiß das. Fast jeden Tag, seit er sein Amt als Bundeskanzler angetreten hat, scheint diese Welt ein Stück unübersichtlicher, unberechenbarer, gefährlicher zu werden. Die Sehnsucht, ein wenig Ordnung zu schaffen, ist spürbar. Und doch gibt es Orte, an denen es so aussieht, als sei das kein großes Problem. Das Hauptquartier der Abu Dhabi National Oil Company (Adnoc), 37. Stockwerk, ist so ein Ort. Die Welt, wie sie sich Merz hier im digitalen Leit- und Analysezentrum auf großen Bildschirmen darstellt, besteht aus Zahlen und aus geraden Linien in alle Himmelsrichtungen. Sie zeigen Öl- und Gasströme – jeden Kubikmeter Gas, jedes Barrel Öl, das Adnoc in Tankern um die Welt schickt. Merz ist beeindruckt. Wenig später, zum Abschluss seiner Reise an den Golf, spricht der Kanzler von einem der „wichtigsten Besuche, die ich in den letzten Monaten gemacht habe“.
AußenpolitikDer Kanzler geht forsch voran – nur wohin?
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Rastlos reist Friedrich Merz durch die Welt. Zwischen den rivalisierenden Großmächten sucht er Partner, die noch etwas von Regeln halten. Dabei ist nicht einmal klar, wie es in Europa weitergeht.
Von Daniel Brössler, Berlin
