Bundeskanzlerin Merkel hat erneuten Schwächeanfall

Bei der Ernennung der neuen Justizministerin zittert die Kanzlerin erneut am ganzen Körper. Ihre Reise zum G-20-Gipfel nach Japan will sie aber antreten.

Nur neun Tage nach ihrem aufsehenerregenden Schwächeanfall hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Donnerstag die gleichen Probleme wieder gehabt. Bei der Ernennung der neuen Justizministerin Christine Lambrecht (SPD) durch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier fing die Kanzlerin im Schloss Bellevue plötzlich an, am ganzen Körper zu zittern. Als sie sich anschließend bewegte, ging es ihr wieder besser, wie auf einem Video eines dpa-Fotografen zu sehen ist. Merkel bekam ein Glas Wasser angeboten, das sie aber umgehend zurückgab, ohne daraus zu trinken.

Aus der Umgebung der Kanzlerin hieß es, es bestehe kein Grund zur Sorge, Merkel gehe es wieder gut. Am Mittag wollte die Kanzlerin planmäßig zum G-20-Gipfel nach Osaka fliegen. Regierungssprecher Steffen Seibert sagte über die geplante Reise nach Japan: "Alles findet statt wie geplant. Der Bundeskanzlerin geht es gut." Merkel verfolgte anschließend im Bundestag die Vereidigung Lambrechts. Kurze Zeit später verließ sie das Plenum jedoch.

In der vergangenen Woche hatte Merkel bei einem Empfang des neuen ukrainischen Präsidenten Wolodimir Selenskij erheblich gezittert. Während sie gemeinsam mit Selenskij auf das Abschreiten der Ehrenformation der Bundeswehr wartete, begannen ihre Beine und ihr Körper heftig zu zittern. Als sie mit dem Präsidenten dann die Formation abschritt, hatte sich das sichtbar wieder gelegt. Merkel erklärte später, sie habe an dem heißen Tag zu wenig getrunken.

Am Donnerstagmorgen war es in Berlin allerdings nach mehreren Hitzetagen kühl. Merkel zitterte fast zwei Minuten lang, legte immer wieder die Arme vor dem Körper übereinander, offenbar um nicht die Kontrolle zu verlieren.

Süddeutsche Zeitung Politik Von einem Termin zum nächsten

Neue Justizministerin

Von einem Termin zum nächsten

Ihr erster Arbeitstag ist so eng getaktet, dass die neue Justizministerin Christine Lambrecht zu spät zur eigenen Vereidigung kommt.   Von Robert Roßmann