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Merkel verliert Afghanistan-Beauftragten:Steiner hört auf

Der Sonderbeauftragte der Bundesregierung für Afghanistan und Pakistan, Michael Steiner, gibt seinen Posten auf. In der Unruheregion sorgen tote Kinder für einen wütenden Präsidenten.

Der Sonderbeauftragte der Bundesregierung für Afghanistan und Pakistan, Michael Steiner, gibt seinen Posten auf. Ein Sprecher des Auswärtigen Amtes habe dies bestätigt, berichtet die Bild-Zeitung. Steiner werde seine Tätigkeit als Sonderbeauftragter "in den nächsten Wochen" beenden, heißt es im Auswärtigen Amt.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU)

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU)

(Foto: dapd)

Steiner hatte den Posten im Frühjahr 2010 angetreten und unter anderem die Afghanistan-Konferenz in Bonn vorbereitet, sowie die geheimen Friedensverhandlungen zwischen Nato und Taliban initiiert. Von Beginn an sei klar gewesen, dass der Diplomat die Aufgabe "nur für einen begrenzten Zeitraum" übernehmen werde, heißt es in seinem Umfeld. Ein Nachfolger für Steiners Posten steht noch nicht fest. Auch über Steiners nächste Aufgabe wird derzeit noch verhandelt.

Nachfolger wird der bisherige deutsche Botschafter in Pakistan, Michael Koch. Der 56-Jährige war seit 2008 in Islamabad tätig.

Der afghanische Präsident Hamid Karsai warf den internationalen Truppen in seinem Land derweil vor, bei einem Luftangriff im Osten des Landes acht Kinder getötet zu haben. Der Angriff habe sich am Mittwoch im Bezirk Nadschrab in der Provinz Kapisa ereignet, sagte Karsai. Er habe eine Untersuchung angeordnet.

Die internationale Koalition in Afghanistan bestätigte lediglich, dass es einen Zwischenfall gegeben habe. Auch sie wollte prüfen, was genau geschehen sei. Erst dann sollen weitere Informationen veröffentlicht werden, hieß es in einer Erklärung. Wegen ziviler Opfer ist es immer wieder zu Spannungen zwischen der afghanischen Regierung und den Nato-geführten Isaf-Truppen gekommen.

US-Soldaten posieren vor SS-Fahne

Inzwischen wurde bekannt, dass Scharfschützen der US-Marineinfanterie in Afghanistan vor einer Fahne mit einem Symbol fotografieren ließen, das dem der nationalsozialistischen SS ähnelt. Das bestätigte ein Sprecher der US-Einheit, Oberstleutnant Stewart Upton in San Diego. Das Marinekorps habe sich mit dem Problem befasst.

Die Soldaten, die auf dem im Internet zirkulierenden Foto zu sehen seien, gehörten nicht mehr der Einheit an. Das Foto sei im September 2010 in Afghanistan gemacht worden.

© Süddeutsche.de/dpa/AFP/odg
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