In ihrem 19. Jahr als Parteivorsitzende gerät Merkel immer wieder mit dem CSU-Vorsitzenden Horst Seehofer aneinander. Diesem ist Merkels Stil in der Asylpolitik bereits seit 2015 nicht strikt genug. Darunter leidet das ohnehin angespannte Verhältnis. 2018 spitzt sich die Situation zu einer Regierungskrise zu, als Seehofer fordert, Flüchtlinge an der Grenze zu Deutschland abzuweisen und Merkel dies ablehnt. Der CSU-Chef bleibt stur. Am Schluss bietet Seehofer seinen Rücktritt an, Merkel lenkt ein, Seehofer bleibt Innenminister und Chef seiner Partei. Zu diesem Zeitpunkt ist Angela Merkel 13 Jahre Kanzlerin und 18 Jahre CDU-Chefin und gilt - auch wegen des Erstarkens der AfD - als angeschlagen. Nach der Hessen-Wahl im Oktober, bei der die CDU mehr als zehn Prozentpunkte verliert, verkündet Merkel, nicht mehr als Parteivorsitzende anzutreten.

Bild: Getty Images 29. Oktober 2018, 16:012018-10-29 16:01:01 © SZ.de/fued/rus