Melilla Flüchtlinge dringen in spanische Exklave ein

Einer der mindestens 60 Flüchtlinge, die den Grenzzaun in die spanische Exklave Melilla überwunden haben, wurde auf einem Dach gesichtet.

Ein hoher Zaun mit Stacheldraht grenzt die Exklave Melilla von Marokko ab. Etwa 60 Flüchtlingen ist es nun dennoch gelungen, auf EU-Gebiet zu gelangen.

Bei einem Sturm auf den Grenzzaun um die spanische Exklave Melilla ist es am Mittwoch etwa 60 Flüchtlingen gelungen, auf das Gebiet zu gelangen. Am Morgen hätten etwa 150 Menschen die Grenzzäune gestürmt, etwa 60 von ihnen hätten es nach Melilla geschafft, sagte eine Sprecherin der Stadtverwaltung. Bereits vier Stunden zuvor hätten 300 Flüchtlinge aus verschiedenen afrikanischen Ländern versucht, in die spanische Exklave an der marokkanischen Mittelmeerküste zu gelangen - allerdings vergeblich.

Im vergangenen Jahr hatte Spanien auf dem Zaun entlang der elf Kilometer langen Grenze zu Marokko wieder Stacheldraht angebracht, um den Flüchtlingen die Überwindung der Grenze zu erschweren. Der Stacheldraht war im Jahr 2006 vom Zaun entfernt worden, weil sich immer wieder Flüchtlinge daran verletzten. Nach Angaben des spanischen Innenministeriums versuchten zwischen Januar und Mitte September 2013 etwa 3000 Flüchtlinge, die meist zuvor aus anderen afrikanischen Ländern nach Marokko geflohen waren, über den Zaun nach Melilla zu gelangen.

Die beiden spanischen Exklaven Melilla und Ceuta grenzen an Marokko und an das Mittelmeer. Durch die Orte verlaufen die einzigen Landgrenzen der Europäischen Union mit Afrika, sie sind daher für viele afrikanische Flüchtlinge ein begehrter Anlaufpunkt. Die beiden Städte stellen eine Möglichkeit dar, auf dem afrikanischen Kontinent ein zur EU gehörendes Gebiet zu betreten.

Meist wird versucht, mit Massenanstürmen die Grenzanlagen zu überwinden. Anfang November starb ein Mann, als er bei einer solchen Aktion vom Zaun fiel. 25 der Immigranten, die in Melilla über den Zaun geklettert sind, haben sich der spanischen Tageszeitung El País zufolge nun in einem Gebäude der Stadt verschanzt. Den Berichten zufolge suchte die Polizei mit Hubschraubern die Stadt nach den Flüchtlingen ab. Zahlreiche wurden festgenommen.