Messerangriff in Melbourne Täter plante wohl auch Explosion

Polizisten im Einsatz nach einem möglichen Terrorangriff in Melbourne.

(Foto: dpa)
  • In Melbourne ist ein Mensch bei einer Messerattacke auf offener Straße getötet worden; die Polizei erschoss den mutmaßlichen Täter.
  • Der Täter soll von der Terrormiliz IS inspiriert worden sein, einen direkten Kontakt habe es aber nicht gegeben.
  • Der Angreifer soll außerdem versucht haben, mit Gasflaschen eine Explosion auszulösen. Das scheiterte jedoch.

Bei einem Messerangriff in der Innenstadt der australischen Millionenmetropole Melbourne hat ein Mann mindestens einen Menschen getötet. Der mutmaßliche Täter wurde von der Polizei niedergeschossen und erlag im Krankenhaus seinen Verletzungen.

Die Tat ereignete sich in einem Einkaufsviertel mitten im Stadtzentrum, in dem zahlreiche Passanten unterwegs waren. Der Angriff wurde von mehreren Augenzeugen gefilmt. Auf einem Handy-Video, das unter anderem der Herald Sun vorliegt, ist zu sehen, wie der Mann mit einem Messer auf mehrere Beamte in Uniform losgeht. Diese schießen ihn dann nieder.

Vom IS radikalisiert, aber keine direkten Kontakte

Die Polizei geht von einer terroristischen Tat aus. Der Angreifer sei der Polizei seit Längerem bekannt. Die Dschihadistenmiliiz Islamischer Staat (IS) hat den tödlichen Messerangriff für sich reklamiert. In einer von dem IS-Propaganda-Sprachrohr Amaq verbreiteten Erklärung hieß es, der Täter sei ein IS-Kämpfer gewesen und habe auf Staatsbürger der gegen den IS kämpfenden Länder gezielt. Kommissar Ian McCartney erklärte, einen direkten Kontakt zwischen dem Täter und dem IS habe es aber nicht gegeben. "Er ist mit dem Aufstieg des Kalifats und der Propaganda im Internet radikalisiert worden."

Der mutmaßliche Täter wurde nach Angaben der Polizei in "kritischem Zustand" in ein Krankenhaus gebracht, wo er starb. Zudem würden mindestens drei Menschen wegen Stichverletzungen behandelt, hieß es.

Kurz vorher war der Pick-up des Angreifers in Flammen aufgegangen. Der Mann habe auf der Ladefläche des Fahrzeugs Gasflaschen deponiert, teilte die Polizei mit. Diese seien aber nicht, wie offenbar geplant, explodiert. Die Gegend rund um das ausgebrannte Auto und den Tatort in der normalerweise sehr belebten Bourke Street wurde weiträumig abgesperrt.

In derselben Straße war 2017 ein Mann mit seinem Auto in eine Menschenmenge gerast. Damals kamen sechs Menschen ums Leben. Der mutmaßliche Täter von damals steht inzwischen vor Gericht.