OberbürgermeisterwahlParteiloser Markus Renner siegt vor AfD-Kandidat in Meißen

Das Rennen um das Amt des Meißner Oberbürgermeisters ist entschieden.
Das Rennen um das Amt des Meißner Oberbürgermeisters ist entschieden. Robert Michael/Robert Michael/dpa

Der parteilose Kandidat Markus Renner wird laut vorläufiger Auszählung neuer Oberbürgermeister der sächsischen Stadt Meißen. Er setzte sich gegen den von der AfD unterstützten René Jurisch durch.

Markus Renner ist zum neuen Meißner Oberbürgermeister gewählt worden. Der parteilose Kandidat erhielt am Sonntag im ersten Wahlgang nach vorläufiger Auszählung 58,5 Prozent der Stimmen. Der 45-Jährige ist seit 2016 Finanzbürgermeister und Stellvertreter des bisherigen Amtsinhabers Olaf Raschke, der nach 21 Jahren im Rathaus nicht wieder antrat.

Der AfD-nahe Kandidat René Jurisch holte 30,4 Prozent der Stimmen. FDP-Mann Martin Bahrmann kam auf 11,1 Prozent der Stimmen. Die Wahlbeteiligung lag bei 52,3 Prozent. Insgesamt waren 22 752 Wahlberechtigte aufgerufen.

Die AfD hatte sich gute Chancen für ihren Kandidaten ausgerechnet: Im Juni 2024 war die Partei mit 32 Prozent im Stadtrat stärkste Kraft geworden, ebenso holte sie bei der Landtagswahl mit 36,9 Prozent die meisten Zweitstimmen und wurde mit 42,7 Prozent stärkste Kraft bei der Bundestagswahl.

René Jurisch ist zwar kein Mitglied der AfD, war aber für die Partei angetreten. Für Aufmerksamkeit sorgte, dass der 51-jährige Bauunternehmer vor etwa 25 Jahren für kurze Zeit in der rechtsextremen NPD war. Anschließend gründete er den „Verein zur germanischen Brauchtumspflege Schwarze Sonne Meißen e. V.“ Die sogenannte Schwarze Sonne dient in der Neonaziszene als Ersatz für das verbotene Hakenkreuz. Die sächsische AfD wird vom Landesverfassungsschutz als rechtsextremistisch eingestuft, wehrt sich aber juristisch dagegen.

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