Medienbericht:Trump-Berater sollen private E-Mail-Konten genutzt haben

US President Donald Trump marks 100 days in office.

Trumps Beraterteam im Februar: Stephen Miller, Stephen Bannon, Michael Flynn, Jared Kushner und Reince Priebus. Alle außer Flynn sollen Offizielles über Privatkonten kommuniziert haben.

(Foto: AFP)
  • Gerade erst ist bekannt geworden, dass Trump-Schwiegersohn Jared Kushner Regierungsbelange über ein privates E-Mail-Konto kommuniziert hat.
  • Nun meldet die New York Times: Er war nicht der einzige aus dem Team des US-Präsidenten, der so verfuhr.
  • Seine Kontrahentin Hillary Clinton wollte Trump im Wahlkampf für dasselbe Vergehen noch hinter Gitter bringen, nach der Wahl ließ er das Thema fallen.

Mindestens sechs der engsten Berater von US-Präsident Donald Trump sollen gelegentlich private E-Mail-Adressen genutzt haben, um Belange des Weißen Hauses zu diskutieren. Das berichtet die New York Times unter Berufung auf aktuelle und frühere Regierungsmitarbeiter.

Sowohl der frühere Chefstratege des Weißen Hauses, Steve Bannon, als auch der ehemalige Stabschef Reince Priebus sollen demnach gelegentlich Regierungsangelegenheiten über ihre privaten E-Mail-Adressen besprochen haben. Andere Berater wie Gary Cohn und Stephen Miller sendeten oder empfingen den Regierungsmitarbeitern zufolge zumindest gelegentlich E-Mails über private Konten.

Der Newsweek zufolge soll auch die Tochter des Präsidenten, Ivanka Trump, zumindest in den ersten Monaten ihrer unbezahlten Beratertätigkeit für das Weiße Haus über einen persönlichen Account kommuniziert haben. Ebenso wie ihr Mann Jared Kushner.

Erst am Vortag war bekannt geworden, dass Trumps Schwiegersohn, der im Weißen Haus mit zahlreichen Aufgtaben betraut ist, seine private E-Mail-Adresse genutzt hatte, um Nachrichten im Namen der US-Regierung zu verschicken. Kushners Anwalt Abbe Lowell bestätigte der US-Zeitung Politico, dass Kushner "weniger als 100 E-Mails von Januar bis August" von einer privaten Mailadresse verschickt habe. Hinweise, dass es um geheime oder sensible Informationen ging, gibt es aber nicht.

Das FBI entwarnte - Trump drohte Clinton mit Gefängnis

Relevant sind die Enthüllungen vor allem vor dem Hintergrund, dass Donald Trump seine Rivalin Hillary Clinton im US-Präsidentschaftswahlkampf hart angegangen war, weil sie als US-Außenministerin private E-Mail-Konten genutzt hatte. Trump hatte ihr Gefängnis angedroht, wenn er Präsident werde - obwohl das FBI befunden hatte, dass die Verstöße nicht für eine Anklage ausreichten. Nach seiner Wahl verfolgte der US-Präsident die Sache nicht weiter.

Problematisch ist die Nutzung privater E-Mail-Konten für Regierungsmitarbeiter aus zwei Gründen: Zum einen wird die Korrespondenz dadurch der sonst üblichen Archivierung und damit auch der öffentlichen Kontrolle entzogen. Zum anderen werden Regierungsadressen besser gegen Hackerangriffe geschützt.

© SZ.de/gal/jly
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