Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern:Der CDU droht eine Blamage

Lesezeit: 2 min

Mecklenburg-Vorpommerns Landeschefin und SPD-Spitzenkandidatin Manuela Schwesig

Lachende Erste? Für Mecklenburg-Vorpommerns Landeschefin und SPD-Spitzenkandidatin Manuela Schwesig stehen die Zeichen auf Sieg.

(Foto: Jens Büttner/DPA)

Dass hoch im Nordosten seit 23 Jahren die SPD regiert, hat auch die Kanzlerin nicht ändern können - obwohl dort ihr Wahlkreis lag. Nun könnte es für die CDU noch schlimmer kommen.

Von Peter Burghardt, Hamburg

Jetzt ist die Bundeskanzlerin also fast weg aus ihrem Revier in Mecklenburg-Vorpommern, nach mehr als 30 Jahren. Seit 1990 hat Angela Merkel im deutschen Nordosten immer ihr Direktmandat abgeholt, achtmal hintereinander. Dieser Tage stand sie mit Armin Laschet erst auf einer Bühne in Stralsund, wo ihr Wahlkreisbüro liegt. Dann traf sie unter anderem Papageien im Vogelpark Marlow und schaute auf dem Greifswalder Wochenmarkt vorbei. "Ich wollte nochmal Arrivederci sagen", sagte die scheidende Seriensiegerin einer Blumenverkäuferin.

Auf ihrer Abschiedstour begleitet wurde sie von Georg Günther, der sich für die Union um Merkels Nachfolge im Wahlkreis 15 bewirbt. Im Vogelpark Marlow ließ er sich einen Uhu auf seinen Arm setzen, den die Kanzlerin lieber auf Abstand hielt. Und da war auch Michael Sack, Landrat und CDU-Spitzenkandidat für die Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern, die am Sonntag gleichzeitig mit der Bundestagswahl stattfindet.

Beide sind deutlich weniger prominent als die Kanzlerin, zumindest Sack hilft wohl auch Merkels Beistand nicht mehr: In der letzten Umfrage der Forschungsgruppe Wahlen für das ZDF kam die SPD von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig auf 39 Prozent und die CDU des Herausforderers Sack auf nur 14 Prozent der Stimmen. Kurz: Es sieht so aus, als würde die SPD hier oben haushoch gewinnen und die CDU eine Blamage einfahren.

Welche Koalitionen bieten sich an?

Die Amtsinhaberin Schwesig kann demnach mühelos weitermachen, die SPD würde mit ihr erheblich zulegen. Für eine Regierungschefin Schwesig sind sogar 67 Prozent der Befragten, für einen Regierungschef Sack zwölf. Die CDU läuft Gefahr, wie 2016 Dritter hinter der AfD zu werden, die allerdings ebenfalls ein paar Prozent verlieren könnte.

Interessant wird unter anderem, ob Grüne und FDP ins Schweriner Schloss zurückkehren und welche Koalitionen sich anbieten. Die SPD regiert das Bundesland seit 23 Jahren, seit 2006 mit der CDU, vorher waren die Linken der Partner. Arbeit, Löhne, Digitalisierung, Umwelt, das sind so die Themen im beliebten, aber vielerorts strukturschwachen Bundesland an Ostsee und Seenplatte.

Für die Wahlkämpferin Schwesig stand am Freitag noch ein Auftritt mit der Kollegin Malu Dreyer in Warnemünde auf dem Programm, für die Ministerpräsidentin Schwesig am Samstag ein Besuch im Ballett. "Die Frau für MV", steht auf Plakaten, die SPD setzt ganz auf ihre Kandidatin. Die andere Frau für MV, Angela Merkel, überlässt das Feld im Wahlkreis 15 und dem Rest der Welt nun anderen.

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