Mecklenburg-Vorpommern:Große Koalition in Schwerin steht

Die SPD hat sich mit der CDU in Mecklenburg-Vorpommern auf die Bildung einer großen Koalition geeinigt, muss dafür aber auf klassische Schlüsselressorts verzichten.

"Das Innenministerium hätte ich nicht auf CDU-Seite erwartet", sagte CDU-Landeschef Jürgen Seidel am Dienstag nach Abschluss der Koalitionsverhandlungen in Schwerin. Über Zuschnitt und Verteilung der Ressorts hatten beide Parteien bis zuletzt erbittert gerungen. "Wir haben uns etwas länger Zeit genommen für eine sinnvolle Zuordnung der Ressorts", sagte Ministerpräsident Harald Ringstorff (SPD).

Nach acht Jahren an der Spitze einer rot-roten Koalition soll er nun am Dienstag kommender Woche zum Chef einer rot- schwarzen Regierung gewählt werden. Seinem Kabinett werden künftig acht Minister angehören. Dabei stellen SPD und CDU jeweils vier Ressortchefs. Auch CDU-Landeschef Jürgen Seidel hielt sich bedeckt. Er machte aber deutlich, dass er als Wirtschafts- und Arbeitsminister eine "spannende Aufgabe" vor sich sehe. Die SPD stellt künftig die Minister für Finanzen, Landwirtschaft und Umwelt, Soziales sowie Verkehr, Bau und Landesentwicklung.

Als sicher gilt, dass der bisherige Wirtschaftsminister und enge Ringstorff-Vertraute Otto Ebnet sowie Agrarminister Till Backhaus wieder dem Kabinett angehören werden. Die CDU besetzt die Ressorts für Wirtschaft und Arbeit, Justiz, Inneres sowie Bildung. Für das Innenressort ist der parlamentarische Fraktionsgeschäftsführer Lorenz Caffier im Gespräch.

Das neue Kabinett wird somit nur einen Minister weniger haben als die bislang regierende Koalition aus SPD und Linkspartei.PDS. Damit blieb die CDU hinter ihrem Anspruch einer grundlegenden Kabinettsreform zurück.

Die Sozialdemokraten, die seit 1998 den Regierungschef an der Küste stellen, hatten die Landtagswahl am 17. September knapp gewonnen. Ringstorff war die Mehrheit von nur noch einer Stimme im Landtag zu unsicher, um das rot-rote Bündnis zu erneuern. Deshalb orientierte er sich auf eine große Koalition, die 45 der 71 Abgeordneten stellt.

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