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Mecklenburg-Vorpommern:Debatte über Ost-Identität

Die Linke im Landtag hat in einer Anfrage mit einer Definition Irritation ausgelöst: Ostdeutsch sei, wer vor 75 geboren wurde.

Von Cornelius Pollmer, Leipzig

Mit einer eigenwilligen Definition ostdeutscher Identität hat die Linken-Landtagsfraktion in Mecklenburg-Vorpommern Irritationen hervorgerufen. Per Kleiner Anfrage wollte Fraktionsvorsitzende Simone Oldenburg herausfinden, wie gering der Anteil Ostdeutscher in Führungspositionen der Landesverwaltung sei. Als ostdeutsch solle dabei gelten, wer bis zum 31. Dezember 1975 in der DDR geboren sei und in dieser bis 1989 oder kurz davor gelebt habe. Oldenburg sagte, ihre Fraktion habe sich bei dieser Definition an der Methodik einer Studie der Universität Leipzig orientiert. Eine inhaltliche Antwort auf die Anfrage hat die Fraktion noch nicht erhalten, reichlich Kritik allerdings schon. Die Grünen-Politikerin Claudia Müller, geboren 1981 in Rostock, merkte an, die Definition sei abstrus und sie selbst nach den genannten Kriterien keine Ostdeutsche. Vincent Kokert, Fraktionschef der CDU und 1978 in Neustrelitz geboren, sagte, auch sein Jahrgang habe sich mit der DDR auseinandersetzen müssen und diese erlebt. Thomas Krüger, SPD-Fraktionsvorsitzender und aus Demmin stammend, sagte, mit der Definition der Linken würden "auch Westdeutsche" ausgegrenzt.

© SZ vom 24.01.2019
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