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Mazedonien:Sturm aufs Parlament

Polizisten wollen die Demonstranten daran hindern, in das mazedonische Parlament einzudringen.

(Foto: Robert Atanasovski/AFP)

Anhänger des früheren Regierungschefs Gruevski dringen gewaltsam ins Parlament ein und attackieren Abgeordnete.

Die seit Monaten andauernde politische Krise in Mazedonien eskaliert zusehends. Am Donnerstag stürmten Dutzende Demonstranten das Parlamentsgebäude in Skopje und attackierten Polizisten und Abgeordnete . Medienberichten zufolge wurden acht Menschen verletzt. Die Anhänger des früheren Regierungschefs Nikola Gruevski wollten damit gegen die Wahl eines neuen Parlamentspräsidenten protestieren. Gruevskis konservative Partei hatte die Wahl im Dezember gewonnen, war aber nicht in der Lage, eine Koalition zu bilden. Stattdessen sicherte sich der Sozialdemokrat Zoran Zaev mit den Stimmen der ethnischen Albaner eine neue Regierungsmehrheit. Doch Präsident Gjorge Ivanov weigerte sich, ihm offiziell den Auftrag zur Regierungsbildung zu erteilen. Auch die Wahl des Parlamentspräsidenten scheiterte bislang am Widerstand des Gruevski-Lagers. Nun haben die Sozialdemokraten und Abgeordnete der albanischen Minderheit den Albaner Talat Xhaferi zum neuen Parlamentspräsidenten gewählt. Die Partei Gruevskis (VMRO) sprach von einem "Putsch".