Massenproteste gegen Assad Blutiger Freitag in Syrien - Massaker in Asraa?

Trotz Tränengas und scharfer Munition: In Syrien und im Jemen setzen Aufständische ihre Massenproteste gegen die autoritären Regime fort - und zahlen einen hohen Preis. Syrische Sicherheitskräfte sollen mindestens 27 Demonstranten getötet haben.

Auch die Schüsse der Sicherheitskräfte stoppen die Demonstranten nicht: Am Freitag forderten erneut Zehntausende den Rücktritt von Jemens Präsident Ali Salih und Syriens Machthaber Baschar al-Assad. Seit vielen Wochen gehen Oppositionelle in beiden Ländern auf die Straße, um gegen die autoritären Regime zu demonstrieren.

Dieses von einer Amateurkamera festgehaltene Bild soll Proteste in der syrischen Stadt Jasim zeigen.

(Foto: Reuters)

In Syrien eskalierte die Lage in vielen Städten, viele Menschen kamen ums Leben. Verschiedene Medien berichten von mehr als 20 Toten. Eine syrische Menschenrechtsanwältin sprach sogar von mindestens 35 Toten.

Demnach starben am Freitag allein in der südlichen Stadt Asraa 18 Demonstranten, als Heckenschützen auf Hausdächern das Feuer eröffneten. Sieben Menschen kamen bei Protesten in der Hauptstadt Damaskus ums Leben, weitere Opfer wurden aus mehreren anderen Städten gemeldet. Zahlreiche Demonstranten wurden verletzt, etliche davon sollen in kritischem Zustand sein.

In zahlreichen syrischen Städten gingen nach dem Mittagsgebet erneut zehntausende Menschen auf die Straße, um Demokratie und einen Regimewechsel zu fordern. Die Demonstranten verlangten auch die Freilassung tausender politischer Gefangener, die bislang nicht von den Reformen des Präsidenten profitieren konnten.

Als Konzession an die Opposition hatte Assad am Donnerstag nach wochenlangen Protesten die seit 1963 geltenden Notstandsgesetze außer Kraft gesetzt. Die Opposition nannte die Entscheidung des von einer Demokratie-Bewegung bedrängten Staatschefs jedoch unnütz, weil die Befugnisse der mächtigen Staatssicherheit nicht beschnitten würden und es keine unabhängige Justiz gebe, weshalb sie für Freitag zu landesweiten Protesten aufgerufen hatte.