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Massenmord im Gay-Club Pulse:Witwe des Orlando-Attentäters gerät ins Zentrum der Ermittlungen

FBI investigators work at the scene of a mass shooting at the Pulse gay night club in Orlando, Florida

Warum tötete Okar Mateen 49 Menschen - das FBI vesucht das Puzzle zusammenzusetzen.

(Foto: REUTERS)

Einem Medienbericht zufolge droht Noor Salman Anklage wegen Mittäterschaft. Dabei hatte sie zunächst gesagt, sie habe ihren Mann von der Tat abbringen wollen.

Nach dem Massaker von Orlando rückt die Witwe des Attentäters in den Mittelpunkt der Ermittlungen. Berichten der Fernsehsender CNN und NBC zufolge soll sie den Attentäter Omar Mateen begleitet haben, als er mögliche Anschlagsziele ausgekundschaftet habe - darunter die Gay-Bar, wo der 29-Jährige am frühen Sonntagmorgen 49 Menschen tötete und später von Sicherheitskräften erschossen wurde.

Der Sender Fox News berichtete unter Berufung auf eine FBI-Quelle, Noor Salman drohe Anklage wegen Mittäterschaft an 49 Morden und 53 versuchten Morden. Außerdem könne sie wegen Nichtanzeige einer geplanten Straftat belangt werden. Laut NBC hat Salman Ermittlern gegenüber erklärt, sie habe versucht, ihren Mann von dem Attentat abzuhalten. Zugleich habe sie aber eingeräumt, ihn im Vorfeld einmal zu dem Nachtclub gefahren zu haben. NBC und CNN zufolge war sie auch dabei, als Mateen auf der Suche nach Attentatszielen den Disney-Freizeitpark und ein Einkaufszentrum ausgespäht habe. Aus dem Umfeld der Ermittler heißt es, dass derzeit Geschworene darüber beraten, ob die Beweislage für eine Anklage gegen Salman ausreicht.

Ermittler rätseln immer noch über das Motiv

Das Massaker gilt als der schwerste Angriff innerhalb der USA seit den Anschlägen vom 11. September 2001. In einem von insgesamt drei Telefonaten mit der Polizei bekannte sich Mateen während der Tat zur Terrormiliz Islamischer Staat. Den Ermittlern zufolge gibt es jedoch bislang keine Beweise dafür, dass der Mann mit afghanischen Wurzeln von Gruppen wie dem IS Instruktionen erhalten habe. Allerdings hatte sich die Extremistenmiliz anschließend hinter seine Tat gestellt. Dennoch gehen die Behörden eher davon aus, dass sich der 29-Jährige selbst radikalisiert hat. Die Ermittler gehen Insidern zufolge auch Berichten nach, wonach Mateen selbst homosexuell gewesen sein soll und aus Selbsthass gehandelt haben könnte.

© dpa/rtr/anri/lalse
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