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Massaker in Nigeria:Radikale Islamisten töten Dutzende Menschen

Weil westliche Bildung für sie eine Sünde ist, haben Boko-Haram-Kämpfer offenbar im Nordosten Nigerias eine Schule angegriffen. Mindestens 43 Menschen fielen der Terrorgruppe zum Opfer. Einige Schüler sollen noch in der Gewalt der Entführer sein.

Bewaffnete haben eine Schule im Nordosten Nigerias angegriffen und mindestens 43 Menschen getötet. Vielen der meist jugendlichen Opfer schnitten die Angreifer die Kehlen durch, um nicht durch Schüsse aufzufallen. Das zu dem Schulkomplex gehörende Internat setzten sie in Brand, während die Schüler noch schliefen, berichtete ein Mitglied des Schulkomitees.

Nach den Worten eines Polizeisprechers verbrannten einige Schüler bis zur Unkenntlichkeit. Bei den Angreifern handelte es sich vermutlich um Mitglieder der radikalislamischen Terrorgruppe Boko Haram. Etwa 50 Männer sollen das Federal Government College in Buni Yadi im Bundesstaat Yobe in der Nacht zum Dienstag gestürmt haben. Die Schule ist eine Einrichtung für Kinder zwischen elf und 18 Jahren.

Die Angreifer flüchteten, bevor das Sicherheitspersonal eines benachbarten Kontrollpunkts etwas bemerkte. Sie sollen einige Schüler entführt haben. Wie viele der Toten Schüler waren und wie viele Mitarbeiter des Internats, blieb zunächst unklar.

Im Norden Nigerias gibt es immer wieder Anschläge der Sekte Boko Haram, die sich für die Einführung der Scharia einsetzt. Der Name Boko Haram bedeutet übersetzt "Westliche Bildung ist verboten". Die Gruppe wird von Nigeria und den USA als Terrororganisation betrachtet.

Boko Haram kämpft seit 2009 im mehrheitlich muslimischen Norden Nigerias gewaltsam für einen islamischen Staat. Deren Kämpfer griffen wiederholt Sicherheitskräfte, Regierungsvertreter und Kirchen an. Bislang sollen der Gruppe mehr als 1500 Menschen zum Opfer gefallen sein.

© SZ.de/dpa/AFP/fie/dmo
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