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Maskenpflicht:Geschützt shoppen

Im Handel sollte kein Leichtsinn einkehren.

Von Kristiana Ludwig

In der Corona-Krise haben die Menschen auf vieles verzichten müssen. Ein sicheres Einkommen gehört dazu, verlässliche Kinderbetreuung, Urlaubsplanung. Kultur, Kongresse, Gemeinschaft. Und, ja, auch das Shoppen funktioniert nicht mehr so sorgenfrei wie früher. Wer im Modegeschäft eine Maske über Mund und Nase trägt, hat in vielen Fällen weniger Lust zum Einkaufen. Deshalb leidet auch die Kauflaune unter Corona, das steht fest.

Nun verlangen die Wirtschaftsminister von Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen, die Maskenpflicht beim Einkaufen abzuschaffen. Allerdings ist Skepsis angebracht, ob der Vorstoß sinnvoll ist. Auch wenn die Infektionszahlen im Vergleich zum Frühling stark gesunken sind, ist das Virus noch immer in Deutschland unterwegs. In geschlossenen Räumen ist es deutlich gefährlicher als draußen; die einzige Möglichkeit, etwas dagegen zu unternehmen, ist ein Mundschutz. Denn er fängt einen Teil der Aerosole ab, die beim Sprechen und Atmen entstehen.

Wie schnell aus niedrigen Infektionszahlen wieder große werden können, haben die jüngsten Ereignisse in Fleischbetrieben gezeigt. Auch hier hat sich ein einzelner Wirtschaftszweig für ein anderes Hygienekonzept entschieden als der Rest des Landes. Dieser Fehler sollte sich nicht wiederholen.

© SZ vom 06.07.2020

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