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Masern:Ethikrat gegen Impfpflicht

Die von der großen Koalition geplante Einführung einer Masern-Impfpflicht für Kinder in Kitas und Schulen ist aus Sicht des Deutschen Ethikrats nicht gerechtfertigt. Grund seien die insgesamt hohen Impfquoten in diesen Altersgruppen, erklärte das unabhängige Beratergremium am Donnerstag in Berlin. Zu empfehlen sei jedoch eine gesetzliche Impfpflicht "für Berufsgruppen in besonderer Verantwortung". Grundsätzlich sei es keine reine Privatangelegenheit, ob man sich gegen eine hochansteckende Infektionskrankheit wie die Masern impfen lasse. Angesichts einer solchen "moralischen Pflicht" sei aber zu prüfen, für wen auch eine Rechtspflicht erforderlich sei. Nach einem Gesetzentwurf von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) soll eine Impfpflicht gegen Masern von März 2020 an für Kinder und das Personal in Kitas und Schulen kommen, außerdem für Beschäftigte in medizinischen Einrichtungen. Minister Spahn sagte zu der Stellungnahme des Ethikrats, sie helfe in der Debatte weiter. Allerdings halte er es für notwendig, dass zumindest Kinder, deren Betreuer und medizinisches Personal geimpft werden.

© SZ vom 28.06.2019 / dpa

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