Die ehemalige Army-Nachrichtenanalystin und Whistleblowerin Chelsea Manning ist aus der Haft entlassen worden. Sie kam am Donnerstag nach mehr als zwei Monaten aus dem Gefängnis in Alexandria im US-Bundesstaat Virginia frei.
Manning war im März festgenommen worden, nachdem sie sich geweigert hatte, vor einer Geschworenenjury auszusagen, die die Enthüllungsplattform Wikileaks untersuchte. Sie hatte selbst geheimes Material an Wikileaks weitergegeben und saß deshalb sieben Jahre in einem Militärgefängnis.
Manning will erneut ihre Aussage verweigern
Ihre Anwälte gehen jedoch davon aus, dass sie möglicherweise nur kurze Zeit auf freiem Fuß sein könnte. Sie wurde nur entlassen, weil eine Frist der Geschworenenjury auslief. Bevor sie das Gefängnis verließ, erreichte sie eine Vorladung, vor einer neuen Jury am 16. Mai auszusagen. Sie werde sich erneut weigern, kündigten ihre Anwälte an. Ihr Unterstützerkreis twitterte in ihrem Namen, dass es um die selben Fragen ging, die sie bereits beantwortet habe. Ein Statement von Manning selbst gab es zunächst nicht.
Die USA werfen Wikileaks-Gründer Julian Assange Verschwörung mit Manning vor, um ein Passwort eines Computernetzwerks der Regierung zu knacken. Manning hatte im Jahr 2010 schwere Verfehlungen von US-Militärangehörigen unter anderem im Irak und in Afghanistan über Wikileaks öffentlich gemacht. Ein Video zeigte unter anderem, wie eine US-Hubschrauberbesatzung im Irak wehrlose Zivilisten tötete. Das Video war der erste große Enthüllungserfolg der Plattform Wikileaks.

