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Mali:Ein zweites Afghanistan?

Der Bundeswehreinsatz in dem afrikanischen Land soll verstärkt werden. Dadurch allein wird die Mission aber kein Erfolg.

Mali ist ein Beispiel für das düstere Erbe des Kolonialismus. Seine willkürlich gezogenen Grenzen umschließen einen Staat, der vor lauter Gegensätzen nicht funktioniert. Aber gerade hat der Bundestag beschlossen, das deutsche Kontingent für die UN-Mission Minusma könne auf bis zu 1000 Soldaten aufgestockt werden. Damit wäre Mali die größte Auslandsmission der Bundeswehr. Droht hier ein zweites Afghanistan, ein neuer, zermürbender Einsatz in einem Bürgerkriegsland?

Es gibt durchaus Parallelen zwischen der Afghanistan-Mission, die 2001 begonnen hatte, und der in Mali. Beide sind durch ein klares UN-Mandat geregelt, was manche Kritiker gern übergehen. Beide haben eher klein begonnen und sind rasch größer und gefährlicher geworden. Wie einst am Hindukusch steht ein optimistisches Aufbaukonzept für das Land in Mali einer trostlosen Realität aus Korruption, ethnischen Konflikten und einer wenig vertrauenswürdigen Regierung gegenüber; wie damals ist keine Alternative zum UN-Friedenseinsatz erkennbar außer Terror und Chaos.

Viel Hoffnung gibt es nicht. Die UN müssten dazu durchsetzen, was die Nato in Afghanistan viel zu spät begann: ein ziviles "Nation Building", das die Menschen vor Ort mitnimmt. Genau dies wollen die Islamisten verhindern, deshalb haben sie die UN im Visier. Es wird ein langer Einsatz werden in Mali.

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