Mainz (dpa/lrs) - Rheinland-Pfalz steht nach Einschätzung von Gesundheitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler (SPD) im kommenden Jahr vor drei großen Herausforderungen. Diese bestünden in der Verteilung und Priorisierung des Corona-Impfstoffs, in einer bei vielen Menschen zu beobachtenden Ermüdung, sich an die Abstands- und Hygieneregeln zu halten, sowie in den Auswirkungen der Pandemie auf den Arbeitsmarkt, sagte sie der Deutschen Presse-Agentur.
Der Impfstoff werde anfangs sicher zu knapp sein, um alle Risikogruppen zu bedenken, sagte sie. Die Priorisierung sei eine „ethisch komplexe Entscheidung“, die sie nicht alleine treffe. „Die Ständige Impfkommission, der Ethikrat - alle beschäftigen sich damit“, betonte Bätzing-Lichtenthäler. Sie habe zusätzlich noch einen Ethikbeirat Corona-Schutzimpfung „für eine Priorisierung innerhalb der Priorisierung“ in Rheinland-Pfalz eingerichtet.
Die nächste Herausforderung sieht sie darin, die Bevölkerung dafür zu sensibilisieren, weiter die Abstands- und Hygieneregeln zu beachten. „Die Leute werden müde, das erlebt man, die haben keine Lust mehr darauf, mit einer Maske herumzulaufen“, erklärte sie. Doch das Konzept „Ich schütze Dich, Du schützt mich“ sei eine der positiven Botschaften dieses Jahres und es müsse gelingen, das ins neue Jahr hinüberzubringen. „Das ist aber eine Aufgabe an alle“, sagte sie.
Die dritte Aufgabe sieht Bätzing-Lichtenthäler, die auch dem Arbeits- und Sozialressort vorsteht, auf dem Arbeitsmarkt. Dort habe sich die Situation in den vergangenen Monaten zwar etwas beruhigt. „Bis wir aber wieder auf Vorkrisenniveau kommen, wird es noch lange dauern - und es wird regional unterschiedlich sein“, sagte sie.
Zusätzlich zu den Belastungen durch die Corona-Pandemie stecke die Wirtschaft mitten in einem Transformationsprozess hin zu Digitalisierung und mehr Klimaschutz. „Deswegen bemühen wir uns beispielsweise mit unserem Programm RechargeRLP, dass Menschen die Phase der Kurzarbeit zur Qualifizierung nutzen können“, erklärte sie. Es sei auch wichtig, denjenigen jungen Menschen Chancen zu bieten, die Probleme hätten, wenn „nicht so viele Ausbildungsplätze besetzt werden, wie wir eigentlich nötig haben“, fügte die Ministerin hinzu. „Das führt zu Problemen, die sich Jahre später im Fachkräftemangel ausdrücken.“
