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Rückführungen:Marokko: Folter weiterhin üblich

König Mohammad VI. hat nach seinem Amtsantritt 1999 zwar eine Versöhnungspolitik eingeleitet, er erkennt zum Beispiel die Opfer der teils brutalen Herrschaft seines Vaters an; zudem hat er unter dem Eindruck des Arabischen Frühlings Reformen angeschoben, die einen behutsamen Übergang hin zu einer parlamentarischen Monarchie herbeiführen sollen. De facto regiert der 52-jährige König aber noch immer absolut. Kritik an ihm, der unter Amtsträgern weit verbreiteten Korruption und an der international nicht anerkannten Besetzung der Westsahara wird hart bestraft.

Folter soll zwar bald gesetzlich verboten werden, ist in Marokkos Gefängnissen aber weiter üblich. Um gegen Journalisten und Oppositionelle vorzugehen, nutzen die Autoritäten gerne Gesetze, die eigentlich für den Kampf gegen den Terrorismus erlassen wurden - oder suchen sich andere Vorwände: Islamischen Traditionen folgend sind etwa Ehebruch und Homosexualität offiziell strafbar, diese Gesetze treffen auffallend oft Aktivisten.

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