MagdeburgAnklage gegen Todesfahrer vom Weihnachtsmarkt

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Mit dem Auto war Taleb A. am 20. Dezember 2024 in die Menschenmenge auf dem Magdeburger Weihnachtsmarkt gefahren. Sechs Menschen starben.
Mit dem Auto war Taleb A. am 20. Dezember 2024 in die Menschenmenge auf dem Magdeburger Weihnachtsmarkt gefahren. Sechs Menschen starben. DPA
  • Die Generalstaatsanwaltschaft Naumburg hat Anklage gegen den Todesfahrer vom Magdeburger Weihnachtsmarkt erhoben. Sie wirft ihm sechsfachen Mord und versuchten Mord an 338 Personen vor.
  • Am 20. Dezember des Vorjahres raste der 50-jährige saudische Arzt mit einem Mietwagen über den Weihnachtsmarkt. Die Tat dauerte 64 Sekunden und forderte sechs Todesopfer.
  • Laut Ermittlungen plante der Täter die Tat wochenlang aus Unzufriedenheit über eine zivilrechtliche Streitigkeit. Er war vor der Tat als Arzt im Maßregelvollzug tätig und fiel trotz Warnungen durch alle Raster der Sicherheitsbehörden.
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Die Generalstaatsanwaltschaft wirft Taleb A. sechsfachen Mord und versuchten Mord an 338 Menschen vor. Der saudische Arzt soll den Anschlag in Magdeburg wochenlang vorbereitet haben.

Die Generalstaatsanwaltschaft Naumburg hat Anklage gegen den Todesfahrer vom Magdeburger Weihnachtsmarkt erhoben. Sie wirft Taleb A. unter anderem sechsfachen Mord und versuchten Mord an 338 Personen vor, wie die Behörde in Naumburg mitteilte. Es kamen fünf Frauen im Alter von 45 bis 75 Jahren zu Tode sowie ein neunjähriger Junge. Zudem legt die Generalstaatsanwaltschaft dem Mann gefährliche Körperverletzung zur Last.

Am 20. Dezember vergangenen Jahres war der Täter mit einem Auto über den Magdeburger Weihnachtsmarkt gerast. Die Tat dauerte laut der Generalstaatsanwaltschaft eine Minute und vier Sekunden. Der 50-jährige saudische Arzt habe einen 340 PS starken Mietwagen genutzt. Er sei mit bis zu 48 Kilometern pro Stunde unterwegs gewesen. Insgesamt schädigte er den Angaben zufolge 344 Personen.

Taleb A. sitzt in Untersuchungshaft, er war zuletzt mehrfach verlegt worden. Die Generalstaatsanwaltschaft hat ein psychiatrisches Gutachten in Auftrag gegeben, um die Frage der Schuldfähigkeit zu klären. In der Mitteilung zur Anklageerhebung hieß es, der Attentäter habe während der Fahrt nicht unter Alkoholeinfluss gestanden.

Es gab Warnungen, doch der Täter fiel durch alle Raster

Er habe „offenbar aus Unzufriedenheit und Frustration über den Verlauf und den Ausgang einer zivilrechtlichen Streitigkeit sowie die Erfolglosigkeit diverser Strafanzeigen gehandelt, und zwar mit dem Ziel, eine unbestimmte, möglichst große Anzahl von Personen und Personengruppen, die in den Fahrbereich seines Fahrzeugs gelangen würden, zu töten“. Die Tat sei mehrere Wochen in Einzelheiten geplant und vorbereitet worden, so die Ermittlungsergebnisse. Mittäter und Mitwisser habe es nicht gegeben. Wann der Prozess beginnt, ist offen.

Neben den strafrechtlichen Ermittlungen gibt es im Landtag von Sachsen-Anhalt auch eine politische Aufarbeitung. Nachdem es zunächst vor allem um das Sicherheitskonzept für den Weihnachtsmarkt und die Verantwortung von Veranstalter, Stadt und Polizei ging, wollen die Abgeordneten den Fokus in den nächsten Monaten verstärkt auf den Täter richten.

Taleb A. war vor der Todesfahrt im Maßregelvollzug in Bernburg als Arzt tätig. Sein Aufgabengebiet umfasste die psychiatrische Betreuung von Straftätern auf drei Stationen. Anfang Februar war bekanntgeworden, dass sich ein Kollege ein paar Monate vor dem Anschlag Sorgen um die Verfassung von Taleb A. machte und diese Hinweise auch an Vorgesetzte weitergab. Auch mehrere Sicherheitsbehörden befassten sich immer wieder mit dem Täter, er war aber als Gegner von Islamisten letztlich durch alle Raster gefallen.

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:Die Bundesländer tun zu wenig, um Täter wie Taleb al-A. zu stoppen

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