Magdeburg (dpa/sa) - Angesichts der Fördervorhaben der aktuellen Landesregierung fordern die Grünen mehr Gelder für Ökobetriebe in Sachsen-Anhalt. Das größte Problem der Landwirtschaft sei die Klimakatastrophe, sagte Grünen-Politikerin Dorothea Frederking am Freitag im Landtag. Die Agrarwende sei auch Selbstschutz für die Landwirte. Die aktuell aus dem ELER-Fonds der EU vorgesehenen Fördermittel von 100 Millionen Euro würden für eine auskömmliche Ökoprämie allerdings nicht annähernd ausreichen, so Frederking weiter.
Sachsen-Anhalts Landwirtschaftsminister Sven Schulze (CDU) wiederholte, dass die bisherige Förderung des Ökolandbaus in der bisherigen Größenordnung nicht finanzierbar sei. Er und Vertreter von SPD und FDP sahen in der Debatte zudem ein Ausspielen von ökologischer und konventioneller Landwirtschaft. „Wir wollen eine Qualitätsdiskussion sowohl in der konventionellen Landwirtschaft als auch im Ökolandbau“, sagte die landwirtschaftliche Sprecherin der SPD-Fraktion, Elrid Pasbrig.
Hintergrund der Debatte ist zudem das Ziel der Bundesregierung, den Flächenanteil des Ökolandbaus bis 2030 auf 30 Prozent auszuweiten. Wenn Berlin das 30-Prozent-Ziel formuliere, müsste auch der Bund die Finanzierung sicherstellen, so Schulze weiter. Der Flächenanteil des Ökolandbaus beträgt im Land den Angaben zufolge aktuell rund 10 Prozent.
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