Manchmal entscheiden Kleinigkeiten darüber, ob jemand zum Opfer wird. Im vergangenen Jahr, am Freitag vor Heiligabend gegen 18 Uhr, besuchte die Anwältin Julia Hartwig mit ihrer Tochter den Magdeburger Weihnachtsmarkt. Um kurz nach 19 Uhr tötete Taleb A. dort sechs Menschen und verletzte Hunderte, als er mit einem SUV in Schlangenlinien über das Gelände fuhr. Dass Hartwig und ihre Tochter da schon wieder zu Hause waren: „Reiner Zufall“, sagt sie bei einem Treffen in ihrer Kanzlei in der Magdeburger Innenstadt. „Freunde hatten kurzfristig abgesagt, deswegen sind wir nur kurz geblieben.“
Magdeburg-ProzessWie Taleb A. sich vor Gericht aufführt
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Der Attentäter von Magdeburg darf in der ersten Prozesswoche fast ungebremst seine Weltsicht darlegen: Die Behörden wollten Deutschland islamisieren, dagegen habe er gekämpft.
Von David Kulessa, Magdeburg

Weihnachtsmarkt-Attentat in Magdeburg:„Ich habe unter Tränen gesagt: Papa, es geht mir gut, ich lebe.“
Am Montag beginnt der Prozess gegen den Todesfahrer vom Magdeburger Weihnachtsmarkt. Nicht nur die unmittelbar Verletzten leiden bis heute, auch Ersthelfer wie Phillip Peplau haben Dinge gesehen, die sie nur schwer vergessen können.
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