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Er steht vor dem Aus: Madagaskars Präsident Andry Rajoelina.
Er steht vor dem Aus: Madagaskars Präsident Andry Rajoelina. (Foto: Alexander Joe/AP)

Die viertgrößte Insel der Welt schafft es eher selten in die Nachrichten. Außer es wird wieder mal politisch unruhig, so wie jetzt gerade.

Von Paul Munzinger

Der Name Madagaskar geht der Legende nach auf eine doppelte Fehlleistung Marco Polos zurück. Der venezianische Seefahrer soll die viertgrößte Insel der Erde (nach Grönland, Neuguinea und Borneo) mit der Stadt Mogadischu verwechselt und deren Namen dann auch noch falsch geschrieben haben. Kann stimmen, muss aber nicht. Heute ist Madagaskar auch als achter Kontinent bekannt, weil die Insel in Jahrmillionen der Isolation – die Südostküste Afrikas ist etwa 400 Kilometer entfernt – eine ganz eigene Tier- und Pflanzenwelt hervorgebracht hat; Lemuren zum Beispiel gibt es nur auf Madagaskar. Obwohl Indonesien sogar noch viel weiter weg ist als Afrika, haben die meisten der heute rund 32 Millionen menschlichen Bewohner Madagaskars, die Madagassen, dort ihre Wurzeln. Ihre Vorfahren kamen einst in Booten über den Indischen Ozean und brachten aus Südostasien nicht nur ihre Sprache Malagasy mit – neben Französisch Amtssprache auf Madagaskar –, sondern auch ihre Vorliebe für Reis. In die Nachrichten schafft es die frühere französische Kolonie eher selten. Und wenn, dann meistens, weil es politisch unruhig wird. So wie jetzt: Nach wochenlangen Protesten vor allem junger Leute steht Madagaskars Präsident Andry Rajoelina vor dem Aus.

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