Süddeutsche Zeitung

Macron:Symbol für Europa

Der Präsident ist zum Aushängeschild seiner selbst geworden.

Von Nadia Pantel

Für französische Politiker fällt der Jahreswechsel nicht auf den ersten Januar, sondern auf das Ende der Sommerferien. Das neue Jahr, das nun in Paris begonnen hat, läuft auf einen Höhepunkt zu: die Europawahlen im Mai kommenden Jahres. Zwar wird auch in Berlin, Warschau und Kopenhagen gewählt, doch kein anderer Landeschef hat diese Wahl so sehr mit seinem politischen Schicksal verknüpft wie Frankreichs Präsident Emmanuel Macron.

Er hat nun seine persönliche Neujahrsfeier mit einer Grundsatzrede über seine Außenpolitik begangen. Seine Botschaft hat sich nicht geändert: Ich bin Europa. Oft ist es ermüdend, wie Macron sich selbst zum Aushängeschild seiner Politik erklärt. Doch in diesem Fall hat er recht. Er ist über Frankreich hinaus zum Symbol für Europa geworden. Für eine Union, die an sich selbst glaubt und deshalb an sich arbeitet.

Mit seiner außenpolitischen Rede am Montag hat Macron den Europawahlkampf in Frankreich eröffnet. Die Franzosen werden im Mai nicht nur ihrem Präsidenten ein Zwischenzeugnis ausstellen. Sie werden auch Verantwortung dafür übernehmen müssen, ob im Europaparlament die Fraktion der Neinsager und Zyniker wächst, oder die Fraktion derjenigen, die noch an gemeinsame Lösungen glauben.

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Quelle:
SZ vom 28.08.2018
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