bedeckt München 26°

Machtwechsel in Großbritannien:2:0 für die Tories, wenn es um weibliche Premiers geht

Die erste Spitze gegen die Opposition bringt er mit Blick auf die Tory-Ikone Margaret Thatcher und seine Nachfolgerin May: "Wenn es um weibliche Premierminister geht, steht es bald 2:0 gegen die Labour-Party". Und dann, angesichts des Machtkampfes um den angezählten Labour-Chef Corbyn, attestiert Cameron dem politischen Gegner konfus und regierungsunfähig zu sein. "Wenn sie jemals an die Macht kommen", ruft Cameron, "wird es ein Jahr dauern, bis sie wissen, wer Premier sein wird."

Ein anderes Mal entgegnet er Corbyn, er bewundere dessen Hartnäckigkeit. Der angeschlagene Labour-Chef erinnere ihn an den Schwarzen Ritter in Monty Pythons "Ritter der Kokosnuss", sagt Cameron und nun grinsen wohl auch auf den hinteren Bänken einige Labour-Abgeordnete.

Denn in der berühmten Szene der Komiker-Truppe hält sich der schwarze Ritter auch dann noch für unbesiegbar, als ihm sein Gegner schon Arme und Beine abgeschlagen hat ( hier die Szene).

Corbyn kontert zum Ende mit einem Gruß an Camerons Mutter. Die gebe ihm wohl seit jeher immer gute Ratschläge, was die Auswahl seiner Schlipse und Socken angeht. Und dann gebe es noch das Gerücht, dass Cameron seinen Rückzug sorgfältig choreographiert habe, um die Nachfolge des berühmten Ballroom-Tänzers Len Goodman anzutreten. Es sind höfliche Witzeleien Corbyns, die Cameron artig pariert. Und den Dank werde er an seine Mutter weitergeben, sagt er.

Theresa May Wie sexistisch, wie exzentrisch!
Großbritannien

Wie sexistisch, wie exzentrisch!

Theresa May tritt die Nachfolge von David Cameron als britische Premierministerin an. Und die große Frage ist: in welchen Schuhen?   Glosse von Friederike Zoe Grasshoff

Die Ansage nach außen: So viel wird sich nicht ändern

Der Premier will auch noch eine Botschaft zum Brexit loswerden. Als er gefragt wird, welchen Rat er seiner Nachfolgerin für die Austrittsverhandlungen mit auf den Weg gibt, wiegelt Cameron nicht etwa ab. Sondern er sagt: "Wir sollten so nah wie möglich an der EU bleiben." An anderer Stelle betont er, wie wichtig es sei, "dass wir den Zugang zum Binnenmarkt behalten" und dass EU-Bürger ihre Rechte behalten sollten, solange die Briten im EU-Ausland nicht benachteiligt werden. Es ist wohl auch eine Ansage nach außen: So viel wird sich nicht ändern - wenn die EU-Partner bei den Verhandlungen mitmachen.

Dann neigt sich die Fragestunde dem Ende zu. Cameron spricht Abschiedsworte, kurz und knackig, verspricht May als Premierministerin zu unterstützen. Beifall und Buhrufe werde er vermissen, sagt er. Und, dass man in der Politik so viel erreichen kann. "Ich war früher mal Zukunft", ruft David Cameron.

Beifall, Händeschütteln, Abgang. Cameron eilt aus dem Saal, er muss zum Buckingham Palace, die Queen wartet auf seine Rücktrittsvisite. Ein kurzweiliger letzter Auftritt des Premiers ist vorbei, der wohl vor allem eines vergessen machen sollte: Dass David Cameron grandios gescheitert ist.

Großbritannien

Familie Cameron sagt Goodbye