Süddeutsche Zeitung

Machtwechsel in China:Hu Jintao gibt Oberkommando auf

Der Parteitag der Kommunisten bringt einen tiefen Einschnitt im Machtgefüge: Hu Jintao zieht sich zurück - nicht nur als chinesischer Staats- und Parteichef, sondern auch als Oberkommandeur der Streitkräfte. Hintergrund soll die Angst vor Ärger in der Partei sein.

Der scheidende chinesische Staats- und Parteichef Hu Jintao wird diese Woche voraussichtlich auch seinen Posten als Oberkommandeur der Streitkräfte aufgeben. Das berichtete die Hongkonger Zeitung South China Morning Post unter Berufung auf informierte Kreise.

Der 69-Jährige werde - anders als sein Vorgänger Jiang Zemin beim letzten Generationswechsel 2002 - nicht Vorsitzender der Militärkommission bleiben. Das damalige Vorgehen sei in der Partei sehr kritisch gesehen worden. Hu Jintao wolle keine Kontroverse.

Neuer Staats- und Parteichef soll der zehn Jahre jüngere, heutige Vizepräsident Xi Jinping werden. Auf dem Parteitag der Kommunistischen Partei China wurde am Samstag der geplante Führungswechsel eingeleitet. Das Präsidium des Parteitags habe die Kandidatenliste für das Zentralkomitee (ZK) gebilligt und den Delegierten zugesandt, berichtete die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua.

Vor dem Ende des Parteitags sollen die 350 Mitglieder des ZK gewählt werden. Diese bestimmen wiederum das 25-köpfige Politbüro. Aus diesem Gremium rekrutiert sich schließlich der Ständige Ausschuss - das eigentliche Machtzentrum von Partei und Staat. Die Spitzenpositionen wurden bereits zuvor hinter verschlossenen Türen vergeben. Am Donnerstag soll die neue Führungsmannschaft vorgestellt werden, um die heftig gerungen wurde.

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