Machtkampf um den Jemen USA entsenden Kriegsschiffe in Richtung Jemen

  • Die USA entsenden zwei Kriegsschiffe vor die jemenitische Küste. Der Flugzeugträger Theodore Roosevelt und ein Begleitschiff waren zuvor im Persischen Golf stationiert.
  • Die Schiffe sollen offiziellen Angaben zufolge die Schiffahrtswege vor der Küste des Bürgerkriegslands sichern. US-Medienberichten zufolge sollen sie iranische Waffenlieferungen an die Huthi-Miliz abfangen.
  • Saudi-Arabien stellt eine Feuerpause ihrer Luftschläge in Aussicht, Bedingung sei aber, dass sich die Huthi-Miliz zurückziehe.

US-Kriegsschiffe sollen Schiffahrtswege sichern

Die USA haben zwei weitere Kriegsschiffe in Richtung Jemen entsandt. Der Flugzeugträger USS Theodore Roosevelt und sein Begleitkreuzer, die USS Normandy, würden vom Persischen Golf ins Arabische Meer verlegt, teilte ein Sprecher des US-Verteidigungsministeriums mit. Die Marine teilte mit, Ziel sei, "sicherzustellen, dass wichtige Schifffahrtsrouten in der Region offen und sicher bleiben". In Regierungskreisen hieß es, die Anwesenheit der Kriegsschiffe eröffne der US-Politik zusätzliche Optionen für den Fall, dass sich die Lage im Jemen verschlechtere.

In den Gewässern vor dem Jemen kreuzen bereits sieben andere US-Kriegsschiffe. Im dem Land herrscht derzeit Bürgerkrieg. Schiitische Milizen haben den von den USA unterstützten Präsidenten vertrieben. Iran steht im Verdacht die Huthi-Miliz zu unterstützen. Eine von Saudi-Arabien angeführte Militärallianz versucht mit Luftangriffen, die Milizen zurückzudrängen.

Ein Sprecher des US-Verteidigungsministeriums wies Berichte zurück, nach denen die neuen Kriegsschiffe die Aufgabe hätten, die Lieferung iranischer Waffen in den Jemen zu verhindern. US-amerikanische Medien hatten unter Berufung auf nicht namentlich genannte Pentagon-Mitarbeiter berichtet, die Schiffe seien ein Warnung an den Iran. Seit vergangener Woche seien vermehrt Schiffe aus Iran in den Gewässern vor Jemen ausfindig gemacht worden. Die US-Marine sei bereit, sie abzufangen.

Saudi-Arabien stellt Feuerpause in Aussicht

Die von Saudi-Arabien geführte Militärallianz zeigt sich inzwischen zu einer Feuerpause bereit, fordert aber den Abzug der Huthi-Rebellen im Jemen. "Wir wollen alle ein baldiges Ende der militärischen Auseinandersetzung, aber es gibt Bedingungen für ein Ende der Auseinandersetzung", sagte der saudi-arabische UN-Botschafter Abdallah al-Muallimi nach einem Gespräch von Botschaftern der Mitgliedsländer des Golfkooperationsrats mit UN-Generalsekretär Ban Ki Moon in New York.

Die Bedingungen seien in der Resolution formuliert, die der UN-Sicherheitsrat vergangene Woche zum Jemen verabschiedet habe. In der Resolution werden die Huthi-Rebellen im Jemen zum Rückzug aus den von ihnen besetzten Gebieten aufgefordert. Außerdem belegte der UN-Sicherheitsrat sie mit einem Waffenembargo.

Heftige Detonationen in Jemens Hauptstadt Sanaa

Erst am Montag waren bei einem Angriff saudischer Kampfflugzeuge auf ein Militärlager in der jemenitischen Hauptstadt Sanaa 40 Zivilisten getötet worden. Mehr als 300 Menschen erlitten Verletzungen, wie Krankenhausärzte bestätigten. Die angegriffene Basis liegt auf einer Anhöhe über dicht bevölkerten Wohnvierteln. Infolge der gewaltigen Detonationen stürzten dort viele Wohnhäuser ein.

Huthi-Rebellen und mit ihnen verbündete Armeeeinheiten liefern sich seit Wochen heftige Kämpfe mit den Truppen und Milizen von Präsident Abd Rabbo Mansur Hadi, der im Februar aus der Hauptstadt Sanaa in die südliche Hafenstadt Aden floh. Als die Rebellen Mitte März auf Aden vorrückten, setzte sich Hadi nach Saudi-Arabien ab und bat das Königreich um militärische Hilfe. Die von Riad angeführte Militärkoalition fliegt seit dem 26. März Angriffe im Jemen. Ban hatte ein ein sofortiges Ende der Kämpfe im Jemen gefordert. Das Land stehe "in Flammen", sagte er.