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Machtkampf in der FDP:Westerwelles Gegner und ihre Gründe

Sie sticheln gegen die Bundesspitze, fordern eine personelle "Inventur" und sind dem Parteichef nicht gerade wohlgesonnen: Guido Westerwelles Widersacher in der FDP. Die SZ erklärt ihre Motive.

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Landtag - Kubicki

Quelle: dpa

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Wolfgang Kubicki

Der Vorsitzende der FDP-Fraktion im schleswig-holsteinischen Landtag gefällt sich als Dauerkritiker der Bundesspitze. Ende vorigen Jahres verglich er den Zustand der FDP mit der Spätphase der DDR, die "irgendwann implodiert" sei. Nach der Niederlage bei den Landtagswahlen vom vergangenen Sonntag zuckte er allerdings davor zurück, ausdrücklich den Rücktritt Westerwelles zu fordern. Stattdessen schießt er lieber gegen Fraktionschefin Birgit Homburger.

FDP-Landesparteitag

Quelle: ddp

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Jörg-Uwe Hahn

Auch der Vorsitzende der hessischen FDP und Landesjustizminister stichelt seit längerem gegen die Bundespartei. In jüngster Zeit hält er sich mit öffentlichen Äußerungen zurück, weil er seine Wahl ins Präsidium auf dem Bundesparteitag Mitte Mai in Rostock nicht gefährden will. Er strebte schon vor zwei Jahren ins oberste Parteigremium, doch wollte ihm keiner der Granden Platz machen, wofür er auch Westerwelle verantwortlich machte.

Bundestag

Quelle: ddp

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Hermann Otto Solms

Der Bundestagsvizepräsident kandidiert in Rostock nicht wieder als Schatzmeister der Bundespartei. Deren finanzielle Sanierung ist maßgeblich sein Verdienst. Öffentliche Kritik an Westerwelles Führung vermeidet Solms. Jeder in der Partei weiß aber, dass er es dem Vorsitzenden bis heute nicht verziehen hat, dass der bei den Koalitionsverhandlungen mit der Union im Jahr 2009 nicht das Finanzministerium für Solms durchgesetzt hat.

Hessischer FDP-Landesparteitag

Quelle: ddp

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Wolfgang Gerhardt

Der heutige Vorsitzende der FDP-nahen Friedrich-Naumann-Stiftung wurde von Westerwelle erst als Parteichef 2001 und 2006 auch als Vorsitzender der Bundestagsfraktion verdrängt. Erlaubt sich auch öffentlich kleine Boshaftigkeiten. Zum Beispiel nach dem Wahldesaster vom vergangenen Sonntag. Da sagte Gerhardt, die FDP stehe vor "existenziellen Fragen". Nötig sei "eine gründliche Inventur unseres Angebots in der Sache und in Personen".

© SZ vom 1.4.2011/fiem
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